Wenn Software die Twitter-Timeline kapert

Sorry für die Belästigung!

Weil ich nicht aufgepasst hatte, hat ein „Dienst“ gleich mehrere Tweets und leider auch Direktnachrichten in meinem Namen verschickt, die ich nicht autorisiert hatte.

Solche Dienste versprechen „tausende neue Follower in kürzester Zeit“; ich nenne das „Reichweitengenerierung ohne Sinn und Verstand“.

Tweets wie „das war meine Woche auf Twitter“ – „xyy neue Follower“ – „tollste Reichweite“ u.ä.m. lösen bei mir immer nur ein Kopfschütteln aus; und solch ein Tweet ist auch für mich immer wieder Anlass, neu zu prüfen, ob ich der Person weiter folgen will.

Und wenn ich einer Person folge, brauche ich auch nicht gleich eine Direktnachricht mit Hinweis auf das LinkedIn-Profil … und das bevor überhaupt eine Kommunikation zustande gekommen ist.

Und so etwas ist mir jetzt passiert. Deshalb der Hinweis an mich:

Immer wieder prüfen, welche Apps mit den eigenen Twitter-, Facebook- und Google-Konten verknüpft sind und diese im Zweifel entfernen!

Growth Hacking – Ja, aber …

… ich will das Kind auch nicht mit dem Bade ausschütten, denn ich habe nichts gegen Growth Hacking an sich – ganz im Gegenteil, aber das ist eine andere Spielwiese, und auf dem Gebiet bin ich kein Experte.

Dennoch will auch ich wissen, was auf Twitter geschieht, wer sich für welche Themen interessiert, wer mir folgt,  … und so weiter und so fort.

whounfollowedmeEine erste Orientierung erlaubt WhoUnfollowedMe bereits in der kostenlosen Variante. Screenshot: 14.03.2016.

Konsequenzen

Dieser Vorfall ist für mich wieder Anlass, mich mit der Frage „Wie?“ zu beschäftigen …

Wie kann ich Sozial Media im Allgemeinen und Twitter im Speziellen für mich nutzen?

Mit Interesse habe ich vor einigen Tagen den Artikel Social-Media-Entwicklungsland Deutschland: Niedrigste Nutzungsrate, höchste Alterskluft von Michael Kroker gelesen, besonders die Kommentare sind sehr aufschlussreich; es zeigt sich:

An Social Media scheiden sich die Geister …

… und ja, je länger ich mich mit Twitter beschäftige, um so besser gefällt es mir.

Vorteil und Nachteil zugleich ist, dass es 1001 Nutzungsmöglichkeiten gibt. Enrique Dans:

„It’s not easy to explain the use of a tool that has changed its direction and has seen its context modified drastically over almost a decade, and that now has several different types of user. The Twitter of 2007 and 2008 has little to do with the Twitter of late 2015, and an adolescent is going to have a very different idea of how to use it compared to an adult, a professional, a business or a celebrity. How should we be using those 140 characters and the other tools this network offers?“

Ja, ich mag Twitter  … so lange es nicht zu einem „billigen Werkzeug“ zur Leadgenerierung verkommt.

Social Media im Allgemeinen und Twitter im Speziellen sind Werkzeuge, die es mir auf einfache Art und Weise erlauben, die Entwicklungen meiner Branche im Blick zu behalten und gleichzeitig mit Wettbewerbern, Partnern und Kunden ins Gespräch zu kommen.

Öffentlichkeitsarbeit oder Marketing

Die Grenzen verschwimmen … oft wird das eine mit dem anderen verwechselt.

Mit Social Media ist beides möglich; die richtige Mischung zu finden, ist nicht einfach.

Natürlich geht es um Aufmerksamkeit, und wer nicht klappert, geht in der Informationsflut unter. Zu meinen, gute Beiträge verbreiten sich von ganz alleine, ist genau so naiv, wie das Warten auf einen Sechser im Lotto.

Es ist eine notwendige aber keine hinreichende Bedingung für seine virale Verbreitung, dass der Beitrag aus Sicht der Leser gut ist.

Wie gesagt, ich bin kein Fachmann für Marketing, und da auch hier – wie so oft – Halbwissen schlimmer ist, als kein Wissen, verweise ich bei  diesbzgl. Fragen auf die ausgewiesenen Experten. Darüber hinaus empfehle ich, auf das eigene Bauchgefühl zu hören und den gesunden Meschenverstand einzusetzen …

Rainer Helmes

Wie ich Facebook lieben lernte

Was interessiert mich mein dummes Geschwätz von gestern. Ja, wirklich, ich wandle mich vom Saulus zum Paulus und werde zum begeisterten Facebook-Nutzer.

Wie denn das?

Facebook war für mich immer ein ‚Freundesnetzwerk‘, um mit verstreut lebenden Familienmitgliedern, Schulkameraden und Kommilitonen in Kontakt zu bleiben; berufliche Themen sollten m.E. außen vor bleiben.

Ich habe meine Meinung geändert, denn Facebook hat sich zu einem wichtigen – wenn nicht dem wichtigsten – beruflichen Netzwerk entwickelt, was nicht notwendigerweise bedeuten muss, dass jemand mit mehr als 1000 Kontakten auch 1000 wirkliche Freunde hat.

An Twitter hat mir die Offenheit gefallen; man kann interessanten Leuten folgen, ohne dass diese ‚zurückfolgen‘ müssen. Noch besser sind m.E. Twitterlisten; diese kann man selbst erstellen oder auch von anderen abonnieren.

Diese Twitterlisten möchte ich nicht mehr missen; und genau das geht auch mit Facebook. Man kann Profile* und Seiten in Listen zusammenfassen, ohne diese „befreunden“ oder „liken“ zu müssen.

Ich denke, mit Facebook werde ich auch noch klarkommen. Meine Liste ist ‚work in progress’…

Rainer Helmes

*) Anmerkung 10.12.2015: Ist man mit der Person nicht befreundet, dann lassen sich die öffentlich geteilten Beiträge nur dann in einer Liste anzeigen, wenn das Profil auch abonnierbar ist.

Mit (Twitter-)listen und der #-Ablage die Infoflut beherrschbar machen

Wie kann ich die Infoflut in den Griff bekommen? Wo finde ich die für mich relevanten Informationen?

Natürlich online. Am liebsten überall. Zu jeder Zeit.

Kurzfassung:

Zur Zeit basiert meine #-Ablage auf Twitter und den Twitterlisten. Der Aufbau ist „work in progress“ mit viel Versuch und Irrtum. Ich sehe in Twitter auch für die Zukunft noch viel Potenzial, wenn auch hier und da bereits die Twitterdämmerung herbeigeschrieben wird.

Facebooklisten nehme ich mir für später vor; hierzu hat Frank Hamm einen sehr guten Artikel geschrieben. Macht es Sinn, beides parallel zu nutzen?

Noch eine Anmerkung: da ich schon mangels Zeit nicht in der Lage bin, alles zu lesen bzw. zu sehen, was ich gerne möchte, ist es nur logisch, dass alle Anbieter und Portale aus meinen Übersichten fliegen, die mir die Informationsaufnahme künstlich erschweren.

Langversion:

Die ultimative Antwort auf die Eingangsfragen habe ich noch nicht gefunden; beim Schreiben des folgenden Textes versuche ich, eine brauchbare Methode zu entwickeln, um der Infoflut Herr zu werden; und nebenbei sage ich auch, warum eigentlich „#-Ablage“?

Die Zeiten sind lange vorbei, als mein Tag mit dem Lesen einer Tageszeitung begann und die ’19-Uhr-Heute‘ sowie die ’20-Uhr-Tagesschau‘ gesetzte Blöcke im Tagesablauf waren.

Dank Internet können wir heute direkt die Quellen anzapfen, wir müssen uns nicht mehr alleine auf die sogenannten Gatekeeper der ‚Alten Medien‘ verlassen. Ein wichtiger Fortschritt in meinen Augen.

Aber mit Verlaub: Sprüche wie

„Content ist King!“ und „Guter Content findet Dich!“

halte ich für den größten Quatsch.

Jeder einzelne von uns kann zum Sender werden, wenn er es will; aber nicht jeder wird gleich ein Influencer.

Einfacher war es so um das Jahr 2005 herum, als die Blogosphäre – unser damaliges Kleinbloggersdorf – noch sehr überschaubar war. Die wenigen Blogger haben sich gegenseitig verlinkt und lesenswerte Blogs über die sogenannte Blogroll weiterempfohlen. Kommentiert wurde direkt unter den Artikeln.

Manchmal habe ich den Eindruck, dass diese ‚guten alten Zeiten‘ noch viel weiter zurückliegen. Aber die Geschichte kann Robert Basic – Blogger der ersten Stunde – besser erzählen.

Kleinbloggersdorf – im oben skizzierten Sinne – gibt es heute nicht mehr; die Blogger werden entweder professioneller oder verschwinden vom Radar.

Für mich bedeutet das auch: viele Perlen finde ich nicht mehr, und das ist schade; aber die Zeit, die ich für die Suche nach relevanten Informationen einsetzen kann, ist begrenzt und die Medienlandschaft ist heute extrem zersplittert – Blogs, Magazine, Internetportale von internationalen Verlagen und TV-Sendern, Jedermann-TV und Youtube-Kanäle, Plattformen, die selbst wieder zu Verlagen werden wie Medium, LinkedIn oder auch Xing usw. usf..

Auch wenn mich der sprichwörtliche Sack Reis nicht interessiert, der irgendwo in China umfällt, kann ich unzählige Quellen finden, die genau darüber berichten.

Dieses Überangebot an Information hat Konsequenzen:

Ich benötige Filter (= Software-Tools), die mir eine Vorsortierung und Ablage für das spätere Lesen ermöglichen, und – ganz wichtig – ich brauche den Mut zur Lücke! Alles lesen, das geht nicht!

Die Ingredienzen für einen ersten groben Überblick sind der RSS-Reader – auch Feedreader genannt, das Folgen von interessanten Leuten auf diversen Kanälen wie Medium, LinkedIn, Pinterest, Instagram, Storify u.v.a.m. sowie der WordPress-Reader auf wordpress.com.

Z.Z. heißt mein wichtigstes Filterwerkzeug Twitter mit den Twitterlisten sowie der Suche nach diversen Hashtags; daher auch mein Begriff „#-Ablage“. Die Twitterlisten sind „work in progress“ – und daher nie vollständig.

Überraschung: Facebook nutze ich nicht sehr aktiv, die App habe ich vorerst gelöscht.

Ob Facebook mit den Facebooklisten mittelfristig Twitter und meine Twitterlisten ersetzen kann, kann ich noch nicht abschließend beurteilen. Die Chancen sehe ich heute bei 50:50. Ich denke nicht, dass ich Facebook und Twitter parallel verwenden werde.

Noch ganz am Anfang steht der Aufbau meiner „#-Ablage“, damit meine ich die Speicherung und Organisation der Artikel. Ich nutze z.Z. geräteübergreifend Pocket (ehem. Read it Later) und Evernote in der kostenlosen Basisvariante; aber auch Google Drive mit Docs sowie weitere Cloud-Dienste bieten sich an.

Für mich gibt es noch viel zu testen und zu lernen. Es würde mich freuen, wenn ich mit diesem Artikel Denkanstöße für weitere Diskussionen auf beliebigen Kanälen liefern konnte …

Rainer Helmes

Veröffentlichen und Kommentieren – wie und wo soll ich mich engagieren?

Stefan Pfeiffer, @stefan63atibm, greift eine auf Twitter begonnene Diskussion auf, die ich sehr gerne hier fortführe. Es geht um das Zerfledder-Phänomen im Social Web.

Dass wir heute mit einfachen Mitteln publizieren und immer und fast überall unsere Meinung einfließen lassen können, ist eine große Errungenschaft der Internet-Ära.

Veröffentlichen und Kommentieren – wie und wo soll ich mich engagieren? weiterlesen

20 Jahre Internet – Standortbestimmung und Ausblick – Gartner Hype Cycle

Das Internet beginnt mit einer Vision. 1989 stellt Sir Timothy John Berners-Lee seine Idee von der vernetzten Welt vor.

Und mit dem Aufkommen der Webbrowser verlässt ‚das Internet‘ den Elfenbeinturm und gelangt in den Mainstream.

Die ersten statischen Internet-Seiten entstehen. Der ‚große Run‘ nach Internet-Namen (Domains) begann dann so um 1996 … damals gab es mal den Werbespot der IBM:

Denn hier steht geschrieben „wir müssen ins Internet“! – Aber wozu? – Das steht nirgendwo.

(Leider kann ich den Spot nicht mehr finden, wer einen Link hat, immer her damit, würde mich sehr freuen 🙂 )

Thorsten Zoerner hat diesen Spot nachgeliefert 🙂 – Danke dafür!

[Video ist nicht mehr verfügbar]

Die Chronik der DENIC eG spiegelt dieses Wachstum eindrucksvoll wider:

DenicChronik

Und das Wachstum ist bis heute ungebrochen.

ghcvideo

Anwendung des Gartner Hype Cycles

Klicken Sie auf nebenstehende Abbildung, Sie sehen ein Video (engl.) mit Jackie Fenn, VP Gartner Fellow, zu dem von ihr entwickelten Modell mit ihrer Einschätzung zu ‚Social Networking‘.

Mit Hilfe dieses Modells will ich die Entwicklungsstufen des Internet aus den Perspektiven ‚Technologie‘ und ‚Kultur des Mitwirkens‘ betrachten.

InternetHypeCycle

Der einfache Hype-Zyklus wird nach dieser Definition in fünf Abschnitte unterteilt:(1)

  1. technologischer Auslöser: Die erste Phase ist der technologische Auslöser oder Durchbruch, Projektbeginn oder ein sonstiges Ereignis, welches auf beachtliches Interesse des Fachpublikums stößt. Trittbrettfahrer steigen auf das neue Thema auf.
  2. Gipfel der überzogenen Erwartungen: In der nächsten Phase überstürzen sich die Berichte und erzeugen oft übertriebenen Enthusiasmus und unrealistische Erwartungen. Es mag durchaus erfolgreiche Anwendungen der neuen Technologie geben, aber die meisten kämpfen mit Kinderkrankheiten.
  3. Tal der Enttäuschungen: Technologien kommen im Tal der Enttäuschungen an, weil sie nicht alle Erwartungen erfüllen können und schnell nicht mehr aktuell sind. Als Konsequenz ebbt die Berichterstattung ab.
  4. Pfad der Erleuchtung: Obwohl die Berichterstattung über die Technologie stark abgenommen hat, führen realistische Einschätzungen wieder auf den Pfad der Erleuchtung. Es entsteht ein Verständnis für die Vorteile, die praktische Umsetzung, aber auch für die Grenzen der neuen Technologie.
  5. Plateau der Produktivität: Eine Technologie erreicht ein Plateau der Produktivität, wenn die Vorteile allgemein anerkannt und akzeptiert werden. Die Technologie wird immer solider und entwickelt sich in zweiter oder dritter Generation weiter. Die Endhöhe dieses Plateaus hängt stark davon ab, ob die Technologie in Massen- oder Nischenmärkten angenommen wird.

Wo befinden wir uns, wenn wir den Gartner Hype Cycle zugrunde legen?

Wenn wir die Internet-Technologie als ganzes nehmen, dann haben wir sicher das „Plateau of Productivity“ erreicht.

InternetHypeCycle2

Heute ist dieses „technologie-getriebene Internet“ in unserem Alltag angekommen; die Online-Nutzung nimmt stetig zu:

Abb01

aus: http://www.daserste.de/service/studie08_1.pdf

Web 2.0 vor Desillusionierung?

Z.Z. erleben wir einen Boom von Twitter (Twitter steht hier stellvertretend für Microblogging) und den „sozialen Netzwerken“ wie Xing, Facebook u.v.a.m.. Wir haben Online-Identitäten noch und nöcher. Den „Gipfel überzogener Erwartungen“ haben wir m.E. erreicht bzw. bereits überschritten; das „Tal der Enttäuschung“ liegt vor uns. Ich bin sicher, wir werden dieses Tal schnell durchschreiten und in den nächsten Jahren über den „Anstieg der Erleuchtung“ das „Plateau der Produktivität“ erreichen.

Beim Blick in meine Glaskugel 🙂 – sehe ich in etwa diesen Verlauf für das „Mitmach-Internet“, das sog. „Web 2.0“ in der Definition nach O’Reilly:

InternetHypeCycle3

Aulöser (Innovations-Trigger) ist nicht die Technologie sondern die zwischenmenschliche Komponente – die Kultur des Mitwirkens:

„Kurz gesagt ist das www der nächsten Generation nicht länger nur ein Markplatz mit Produzenten und Konsumenten, sondern ein sozialer Raum, in dem sich Menschen austauschen, vernetzen, bloggen, podcasten, Videos und Bilder mit anderen Nutzern teilen und Kontakte knüpfen.“

Wie das ‚Mitmach-Internet‘ unsere Gesellschaft verändern kann, zeigt die Dukumentation Us Now (in englischer Sprache) sehr anschaulich – sehr interessante 60 Minuten!

Hier geht es zum Video: Us Now on Vimeo. Eine Diskussion zum Film gibt es hier: Us Now discussion on Vimeo.

Sehr zu empfehlen sind auch die kurzen Videos-Statements von Don Tapscott, Clay Shirky, Lee Bryant und vielen anderen mehr.

Zum Beispiel: Don Tapscott – Corporate Behaviour

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(1) Seite „Hype-Zyklus“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 29. Oktober 2008, 18:25 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Hype-Zyklus&oldid=52394044 (Abgerufen: 18. Mai 2009, 17:01 UTC)

Virtuelle Freunde

Twitter ist mehr ein Tool, um sich mit denen auszutauschen, die ich schon vorher kannte. Bei denen, die ich in Twitter kennenlerne, bleibt die gewohnte Distanz wie im RL, wo man sich flüchtig trifft, bisschen Smalltalk führt und sich wieder aus den Augen verliert. Kein Connect. Robert Basic

Ja, so sehe ich das auch. Über das Blog bzw. den regen Austausch in Kommentaren hier und auch auf anderen Blogs habe ich interessante Netzbekanntschaften machen dürfen 🙂

Viele Blogger meine ich bereits gut zu kennen – inwieweit ein Treffen mein Bild bestätigt – oder eben auch nicht – ist für mich auch gar nicht die Frage. Dieser Austausch im virtuellen Raum ist eine wertvolle Bereicherung, und – zugegeben – mir würde etwas fehlen, wenn es diese Möglichkeit morgen nicht mehr gäbe.

Ich freue mich, möglichst viele meiner Netzbekannten auch persönlich kennenzulernen. Aber das ist keine Voraussetzung für eine gute und anregende – virtuelle – Kommunikation!

Im Gegenteil, ich kann mir gut vorstellen, dass manche Bilder, die wir uns von unseren virtuellen Freunden machen, so daneben liegen, dass die Eine oder der Andere nach einem Treffen sehr enttäuscht nach Hause geht …

Im sog. Web 2.0 gibt es viele Möglichkeiten, Bekanntschaften zu schließen. Niemand muss dazu selber Blog-Artikel verfassen. Wichtig ist, dass man selbst offen ist für andere Meinungen und aufrichtiges Interesse an der anderen Person zeigt.

Nur „Kontakte“ in den sog. Business-Netzwerken Xing bzw. LinkedIn zu sammeln oder beliebig viele „Freunde“ bei Facebook hinzuzufügen, reicht da m.E. bei Weitem nicht aus.

Die ‚Twitter-Kommunikation‘ – mit der Beschränkung auf 140 Zeichen – ist in meinen Augen ein netter Small Talk: ich sage ‚Hallo …‘ – das kann zu mehr führen oder auch nicht …

… oder wie Robert schreibt: „Twitter ist mehr ein Tool, um sich mit denen auszutauschen, die ich schon vorher kannte.“

🙂 Rainer Helmes

Politiker lassen twittern – Skandal?!

Thorsten Schäfer-Gümpel alias @tsghessen drängt sich gerade zu auf – als Fallstudie für meine kleine Reihe ‚parteienimweb ‚ 🙂

Die Kommunikation im sog. Web 2.0 ist Neuland für uns alle, denn eine (Gesprächs-)Kultur’ entwickelt sich gerade erst, mit eigenen ‘Spielregeln’ und ‘Gesetzen’ .

Deshalb ist es m.E. sehr lobenswert und auch mutig, wenn sich Politiker auf dieses glatte Parkett begeben und sich an Twitter versuchen. Die Liste ist schon recht umfangreich: Deutsche Politiker und Parteien auf Twitter. Es können aber gerne mehr werden 🙂

Aber Vorsicht: aller Anfang ist schwer – aber glücklicherweise nur der Anfang.

Wichtig zu wissen, das Internet vergisst nicht und auch vermeintlich gelöschtes taucht wieder auf.

Das musste auch Schäfer-Gümbel erfahren. Dieser Tweet löst den Zwischenruf #11 Alles Lüge! aus:

tsghessen080126

Screenshot twitter.com

Hat Schäfer-Gümbel diesen Tweet selbst verfasst oder war ein Ghostwriter am Werk?

Dieser Tweet wurde zunächst von Oliver Zeisberger alias @oliverbarracuda verschickt und kurz darauf wieder gelöscht, wie sich mit der Twitter-Suche leicht zeigen lässt:

twittersuche

Screenshot search.twitter.com

Oliver Zeisberger arbeitet als Berater von Schäfer-Gümpel und äußert sich in diesem Kommentar sehr ausführlich zu der ‚Strategie von TSG‘.

Spekulationen schießen ins Kraut. Wenn Politiker mit Ghostwriter twittern…?

Wer den Schaden hat …

rivva

Screenshot rivva.de

Schadensbegrenzung:

antwort-tsg-000128

Screenshot twitter.com

Aber müssen Politiker wirklich selbst twittern um authentisch zu sein? Es soll ja sogar Politiker geben, die sich ihre Reden schreiben lassen – Skandal?!

M.E. eine spannende Frage für anregende Diskussionen 🙂

Rainer Helmes

Politiker, der Wahlkampf und das Internet

Was machen eigentlich Politiker und Parteien im Web?

Obama macht es vor.  Aber auch TSG ist vor der Hessenwahl zur Hochform im Web aufgelaufen.

tsghessen

Die Wahl ist vorbei, da wird es auch gleich wieder ruhiger. Doch schon werfen die nächsten Großereignisse ihre Schatten voraus 🙂

Nach Notlandung eines Airbus auf dem Hudson River hat Microblogging – bzw. Twitter – etwas mehr Beachtung bei einer breiteren Öffentlichkeit gefunden. Noch vor einem halben Jahr hätte ich nicht gedacht, dass ein Kongress wie mbc09 in der Tagesschau erwähnt wird. 🙂

OK, dass gerade der Name des Organisators falsch geschrieben wird, spricht nicht für eine gute Recherche 😉

Aber wie nutzen unsere Volksvertreter nun Twitter?

pateienimweb03

Unter der Twitter-Adresse parteienimweb folge ich Politikern, Parteien und Politikinteressierten, … – alle Demokraten sind herzlich willkommen! Ich bin nur der Moderator, ich habe keine Meinung 🙂

Sehr gespannt bin ich, was aus diesem Experiment wird – vielleicht lohnt es sich sogar, unter dem Schlagwort parteienimweb weiter zu schreiben …

… also alle mitmachen! 🙂

Twitter, entweder geliebt oder gehasst

Das Für und Wider beim Werbeblogger.

Dort habe ich gelernt: Steve Rubel liest keine Tweets (keine Chance), schreibt aber ab und zu welche … naja, ein ziemlich einseitiger „Dialog“ 🙂 Immerhin hören ihm aktuell 6661 Follower zu 😉

Und wie ist das mit Loic le Meur und den 6956, denen er aktuell folgt? … ach so, hatten wir ja hier schon 🙂

Aktives Zuhören geht irgendwie anders!?! 🙂

Dennoch gefällt mir dieser lockere, ungezwungene Small Talk. Flurgespräche eben …

Gerade für das Projektmanagement ist Twitter ein interessantes Werkzeug! Alle Teammitglieder sollten vor dem ersten Treffen – dem „Kick-Off-Meeting“ – gezwungen werden zu twittern, das würde m.E. den Teambildungsprozess beschleunigen 🙂

Nebenbei: die Art zu twittern, verrät sehr viel über die eigene Persönlichkeit. Bezogen auf das eigene „Gezwitscher“ muss sich jeder selbst die Frage beantworten, ob das gut oder schlecht ist, was da so an Botschaften bei bekannten oder unbekannten „Verfolgern“ ankommt …

… Twitter spaltet: man liebt es oder man hasst es.

Der beste Grund für Twitter: NUMDE! Ich twittere, also bin ich! 🙂

Rainer Helmes

Von Konsumenten und Prosumenten

Durch die Verlinkung der Weblogs untereinander entsteht das Gebilde, das sich Blogosphäre nennt.

Zahlen zu dieser Verlinkung liefert die Blogsuchmaschine Technorati. Diese Technorati-Zahlen bzgl. der Verlinkung liegen auch den deutschen blogcharts zugrunde.

Und ja, genau diese Links nehmen bei den sog. A-List-Blogs tendenziell ab. Jetzt wird gerätselt und gegrübelt – z.B. hier Deutsche Blogs im Sinkflug oder hier Klimawandel der deutschen Blogosphäre?

M.E. ein ganz normaler Vorgang:

Die Anzahl der Weblogs nimmt weiterhin zu, allerdings langsamer als noch vor 1-2 Jahren; gleichzeitig werden andere Blogs aufgegeben …

Die ersten Blogs haben überdurchschnittlich von dem Wachstum der Blogosphäre profitiert – diese Blogs wurden quasi von jedem neuen Blog verlinkt. – Vorschusslorbeeren eben 🙂

Nun wächst die Blogosphäre weiter und ebenso die absolute Zahl der Verlinkungen – nur die A-List-Blogs bekommen davon weniger ab 😉

Interessant ist auch, dass die gefühlte Zahl der „Nur-Blog-Leser“ überproportional steigt.

Treffend formuliert von Roland Kühl-v.Puttkamer vom Werbeblogger:

Trackbacks und Backlinks sind ein Faktor oder Indikator, ob man gelesen wird bzw. Themen trifft, die andere gerne aufnehmen. Soweit zu den Prosumenten. Die ungleich größere Zahl stellen aber noch die Konsumenten oder Leser. Nur, weil sie sich nicht im Web 2.0 entblößen, heißt das nicht, dass diese weitaus größere Zahl keine Beachtung verdient hätte.

Sehe ich ganz genauso.

Nebenbei: der Vorteil des „frühen Vogels“ (Nomen est Omen; oder so 😉 ))) zeigt sich übrigens auch bei Twitter.

Noch bevor Robert Basic richtig angefangen hatte, hatte er schon mehr als 700 „Follower“ und diese beiden Bilder sagen auch mehr als 1000 Worte 🙂

niggi2april

Screenshot vom 2. April 2008 und

niggi21mai

Screenshot vom 21. Mai 2008

Rainer Helmes