Web-Plattform – zwischen Ökonomie und Technologie

Internet-Plattformen – in all ihren Facetten – interessieren mich. Es gibt „Plattformen“ wie Sand am Meer, aber … deshalb an dieser Stelle kurz zur Einordnung: was meine ich, wenn ich von „Internet-“ oder „Web-Plattformen“ – oder kurz von „Plattform“ – spreche?

Was ist eine Plattform?

Ein Bahnsteig z.B. ist auch eine Plattform (vgl: Wiktionary: Plattform – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen ). Es zeigt sich schön: über „Plattformen“ lässt sich stundenlang sprechen und dabei wunderbar aneinander vorbei reden:

Aus (netz-)ökonomischer Sicht sind wir auf dem Weg in die Netzwerk- oder Plattform-Gesellschaft; aus technologischer Sicht geht es bei Plattformen um Schnittstellen und um sog. APIs. Beides soll hier kein Thema sein. Es geht auch nicht um die Frage, ob die sog. Share Economy nun gut oder schlecht ist, ob sie funktionieren kann, oder auch nicht –  Airbnb oder Uber sind Beispiele für Plattformen der Share Economy.

Für mich sind die „neuen“ Internet-Plattformen die

Treiber bzw. Beschleuniger des digitalen Wandels

Und dabei denke ich nicht nur an die großen Internetfirmen, wie Amazon, Facebook, Ebay und Google.

Ich denke an all die Plattformen, die wir im weitesten Sinne als Marktplätze bezeichnen können.

Alle  diese Plattformen –  physisch und virtuell – haben eines gemeinsam, sie ermöglichen uns, Geschäfte zu machen; sie sind „Business Enabler“; sie bringen Marktteilnehmer zusammen.

Und das „Marktplatz-Prinzip“ ist nichts Neues; es ist so alt wie die Menschheit. Es spielt keine Rolle, ob sich unser Marktplatz im antiken Rom, im mittelalterlichen Europa oder im Internet – aka Neuland – befindet.

Was sich aber sehr wohl ändert, sind die Zugangsmöglichkeiten der Marktteilnehmer sowie die Logistik – im weitesten Sinne – für die Finanz- und Warentransaktionen.

Dabei ändert sich auch in entscheidender Weise, wie wir uns informieren, wie wir kommunizieren, wie wir (zusammen) arbeiten, wie wir uns und unsere Dienstleistungen präsentieren, wie wir Handel treiben usw. usf..

Internet-Plattformen eröffnen uns – als Person und auch als Unternehmen – viele neue Chancen, stellen uns auf der anderen Seite aber auch vor neue Herausforderungen.

Um die Chancen zu nutzen und die Herausforderungen zu bewältigen, benötigen wir eine neue digitale Medienkompetenz.

Ja, Plattformen ermöglichen uns, uns (besser) zu informieren, zu kommunizieren, mit anderen zusammen zu arbeiten, Handel zu treiben u.v.a.m.. Auch sog. „Cloud“-Dienste gehören dazu, diese bieten uns z.B. Speicherplatz für unsere Urlaubsfotos.

Mit „Plattformen für den Mittelstand für Information, Kommunikation, Kollaboration und Handel“ werde ich mich noch intensiver – hier und an anderer Stelle – auseinandersetzen.

Rainer Helmes

 

 

 

Ich mache was mit Internet – Live Hangout

Schon eine interessante Übung, eine Präsentation live mit Hangout on Air zu entwickeln.

Das Konzept ist ausbaufähig, wenn z.B. auch interessierte Zuschauer direkt Fragen und Anmerkungen einwerfen.

Hangout on Air – und vielleicht auch andere Live-Streaming-Dienste – werde ich noch weiter testen. Ich brauche auch noch viel Praxis 🙂

Hier ein paar Anmerkungen zur „Digitalen Transformation“ am Aufhänger „Industrie 4.0“.

Kurze Präsentationen lassen sich sehr schön in Google Drive erstellen.Den Link zu der Präsentation, auf die ich mich im Video beziehe, habe ich freigegeben.

Viel Spass!
🙂 Rainer

Wie Phönix aus der Asche – Live-Hangout

Den sagenumwobenen Phönix sollten sich alle lebendigen Unternehmen zum Vorbild nehmen 🙂

Warum?, genau wie Phönix muss sich jedes Unternehmen immer wieder neu erfinden, um neue Herausforderungen zu bewältigen.

Die aktuelle Herausforderung ist die Digitalisierung. Unternehmen sollten die Chance nutzen, sich neu aufzustellen, denn:

PhönixAusDerAsche

Die Präsentation habe ich in Google-Drive erstellt; der Link ist freigegeben.

Viel Spass!

Rainer Helmes

Was ist Enterprise 2.0? – vielleicht eine Managementmethode für den Mittelstand?

Ein Schlagwort macht die Runde: Enterprise 2.0.?! – Was heißt das eigentlich? Je mehr Leute Sie fragen, desto mehr Antworten werden Sie bekommen. Es ist so wie mit „Web 2.0“ – (So gibt es 500! Antworten auf die Frage Was ist Web 2.0.)

Wikipedia definiert wie folgt:

Enterprise 2.0 bezeichnet den Einsatz von Sozialer Software zur Projektkoordination, zum Wissensmanagement und zur Innen- und Außenkommunikation in Unternehmen. Diese Werkzeuge fördern den freien Wissensaustausch unter den Mitarbeitern, sie erfordern ihn aber auch, um sinnvoll zu funktionieren. Der Begriff umfasst daher nicht nur die Tools selbst, sondern auch eine Tendenz der Unternehmenskultur – weg von der hierarchischen, zentralen Steuerung und hin zur autonomen Selbststeuerung von Teams, die von Managern eher moderiert als geführt werden.(1)

Naja … Enterprise 2.0 ist wirklich spannend – z.B. wenn man es über „die selbstlernende Organisation“ definiert 🙂

Für mich steht „Enterprise 2.0“ für „das vernetzte und offene Unternehmen“.

Nun vernetzt ist klar, denke ich, aber was heißt „offen“? Im Berater- und Trainernetzwerk OPTeAM ging das geflügelte Wort um „Wer nach allen Seiten offen ist, kann nicht ganz dicht sein!“. Auch richtig – irgendwie. Offenheit ist eine Gratwanderung – siehe hierzu auch meinen Artikel Kommunikation und Privatsphäre (mit besonderem Augenmerk auf das Johari-Fenster 🙂 ))).

Der kanadische Managementguru Don Tapscott sagt es so:

Wir stehen an einem historischen Wendepunkt der Geschäftswelt, an der Schwelle zu dramatischen Veränderungen der Organisation, Innovation und Wertschöpfung. Offene, vernetzte Unternehmen setzen auf Kollaboration als neue Grundlage der Wettbewerbsfähigkeit. Quelle: Business-Webs ersetzen Unternehmen

Nun, wenn ich „Enterprise 2.0“ höre, denke ich – wie viele andere sicherlich auch – zunächst an große Unternehmen und Konzerne – und hierunter finden sich auch einige bekannte Namen, die „die neue Managementmethode“ umsetzen.

Dabei ist es auch gerade der (kleine) Mittelstand, der von Enterprise 2.0 sehr stark profitieren kann!

Eine starke Vernetzung mit Partnern, Lieferanten und Kunden – und eine Kultur der Offenheit; zu Letzterem gehört allerdings auch der Mut, einfach loszulassen! Ich weiß … die große Angst vor Kontrollverlust geht um!?! Diesbzgl. wünsche ich mir mehr mutige Unternehmer 🙂

Ob Enterprise 2.0 nun eine Managementmethode ist, darüber lässt sich trefflich streiten – mit den Möglichkeiten und den Werkzeugen sollten sich kleine und große Mittelständler allerdings beschäftigen!

Rainer Helmes

(1)Artikel Enterprise 2.0. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 8. Juni 2008, 15:34 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Enterprise_2.0&oldid=47024821 (Abgerufen: 16. Juni 2008, 08:23 UTC)

IDC-Studie: Wettbewerbsdruck zwingt Versicherer zu konsequenter Prozessautomatisierung

Die Versicherungsbranche in Deutschland befinde sich in einem strukturellen Umbruch, so das Fazit der IDC-Studie vom April 2006.

Ziel vieler Versicherer ist es derzeit, ihre Geschäftsprozesse effizienter zu organisieren um Kosten einzusparen. [..] Es ist davon auszugehen, dass die versicherungseigene IT in den kommenden Jahren verstärkt ausgelagert wird, so Joachim Benner, Research Analyst beim Marktforschungs- und Beratungsunternehmen IDC in Frankfurt

Weiterführende Informationen zu der aktuellen IDC-Studie „Die Versicherungsbranche in Deutschland – IT-Trends im Zeichen des Umbruchs“ finden Sie auf der Website von IDC Deutschland.

OE – 50 Definitionen

Interessante Zeiten:

Vor langer Zeit hat Karsten Trebesch für die Zeitschrift für Organisationsentwicklung die damals kursierenden Definitionen des nämlichen Begriffs [Organisationsentwicklung] zusammengetragen.

Es ist spannend zu lesen, wie „damals“ über OE (bzw. OD) gedacht wurde (Definitionen PDF). Vieles davon kann m.E. auch heute noch unverändert übernommen werden, oder?

via Interessante Zeiten

Weblog GAU

Gestern habe ich hier sehr positiv über die Kommunikation via Weblogs geschrieben, heute finde ich diesen Beitrag von Prof. Pleil beim PR Blogger .

Zwei Aspekte möchte ich aufgreifen:

„Naked conversations live: Der GHP-Express ist die Art Weblog, vor dem uns alle Blog-Skeptiker gewarnt haben …“

Müssen und dürfen alle (anonymen) Kommentare auf Weblogs veröffentlicht werden?

Hier „schlagen zwei Seelen in meiner Brust“: Ich bin für die freie Meinungsäußerung und gegen jede Form der Zensur, aber die freie Meinungsäußerung darf keine andere Person in ihrer Persönlichkeit verletzen.

Allerdings halte ich es für falsch, den Weblog-Betreiber für die Kommentare auf seiner Seite haftbar zu machen. Er sollte aber verpflichtet werden, Kommentare (nach einer „vertretbaren“ Zeit) unaufgefordert zu löschen, die gegen die „guten Sitten“ verstoßen; nur gibt es hier Definitionsprobleme.

Auch anonym zu kommentieren halte ich für legitim. Ein Kommentar ist nicht deshalb falsch oder schlecht, es gibt viele gute Gründe, eine bestimmte Ansicht nicht vor der ganzen Welt offen zulegen.

„PR-Leute sollten sich als Grenzstellen-Inhaber verstehen und dem Management den Spiegel der Umwelten vorhalten: Was wird draußen erwartet, was erwarten unsere Mitarbeiter? Und das Kommunizieren von der Organisation nach außen ist plötzlich nur noch ein Teil des PR-Jobs. Was für ein Wandel weg vom klassischen Pressesprecher.“

Müssen sich Unternehmen auf das (veränderte) Kommunikations- und Informationsbedürfnis ihrer Mitarbeiter einstellen?

Eine gute Kommunikationskultur ist ein Wert, den man m.E. nicht hoch genug einschätzen kann. Wenn so ein Super-GAU eintritt, dann hat das Management in wesentlichen Punkten versagt.

Das zweite Kommunikations-Axiom von Paul Watzlawick besagt: „Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt“, d.h. jede zwischenmenschliche Beziehung findet auf einer Verstandesebene (logische Argumentation) und auf einer Gefühlsebene statt.

Das Management ist gefordert, sich frühzeitig ein Bild zu machen, wie es um die Kultur seines Unternehmens bestellt ist. Hierzu kann eine „Kultur- bzw. Organisationsklima-Analyse“ durchgeführt werden.

weiterführende Links:
Hay Group: Kultur-Audit und Klima-Analyse (PDF-Datei)
idw: Nur wenn das Klima stimmt, kann eine Firma profitabel sein

Sind Weblogs Hype?

Mein Fazit vorab: Weblogs sind weder Internet-Hype noch werden sie zukünftig an Bedeutung verlieren.

Im Gegenteil: Weblogs entwickeln sich m.E. zu einem wichtigen und unverzichtbaren Werkzeug der modernen Geschäftswelt; Weblogs haben das Potenzial, die Bedeutung der E-Mail-Kommunikation noch zu übertreffen.

Wie Weblogs aus wissenschaftlicher Sicht abgegrenzt werden können, beschreibt Jan Schmidt in seinem Blog.

Den entscheidenden Punkt aber spricht Martin Röll an: „Die Weblogs verändern das Leben der Leute. Die Leute verhalten sich anders. Das veränderte Verhalten wirkt auf die Unternehmen. Es lohnt sich oft, das genau zu betrachten.“ (aus: Weblogs: Abgrenzung und Hype (Jan Schmidt))

Wir sind heute an einem Punkt angekommen, an dem sich die Frage „bin ich für oder gegen Weblogs?“ so nicht mehr stellt.

Manager müssen sich indes die Frage stellen „wie integriere ich Weblogs in meine (Unternehmens-) Kommunikation?“.

Spätestens seit den „Klowänden im Internet“ wissen wir, welche Folgen eine „verunglückte“ E-Mail haben kann.

Wieviel Offenheit in aller Öffentlichkeit will / kann / darf / muss ich mir leisten, wurde schon hier, hier und hier diskutiert, und die Diskussion gelangte schließlich auch ins Fernsehen. (-nebenbei: zum Thema Offenheit fällt mir das Johari-Fenster ein-)

Mein Appell an Unternehmen und Manager ist, sich ernsthaft mit dem „Phänomen Weblog“ auseinanderzusetzen, denn „Chancen werden oft nicht gesehen, verleugnet, weil es einfacher ist, als sich mit einer relativ neuen, vernetzten Kommunikationslösung wie Blogs auseinanderzusetzen“ (Klaus Eck: Manager buhlen um die Gunst der Leser)

Das wir im Informationszeitalter angekommen sind, bestreitet heute niemand mehr ernsthaft. Neben dem Wissen ist Zeit die Hauptwährung der modernen Geschäftswelt. Als Nachrichtentechniker gesprochen: wir müssen heute sehr zeitnah entscheiden, welcher Anteil einer Nachricht Information und welcher Anteil Rauschen ist, und das ist Fluch und Segen zugleich …

… und Weblogs sind nicht mehr und nicht weniger als ein schnelles Transportmittel für Wissen, oder einfacher ausgedrückt: eine weitere Möglichkeit, unkompliziert und schnell zu kommunizieren.

Diese Diskussion um das „Phänomen Weblog“, die quasi zeitgleich an verschiedenen Orten, von unterschiedlichen Gruppen der Gesellschaft geführt und weiterentwickelt wird, ist nur ein weiterer Beleg dafür.

auch Manager tun es

„Manager bloggen und buhlen um Gunst“, titeln die VDI nachrichten von heute.

Gleichzeitig wird gewarnt: „Tagebücher und andere Online-Journale im Internet sind ein Renner [..] Doch nicht alles, was der Führungskraft durch den Kopf geht, gehört dorthin, sonst kann die Karriere zu Ende sein.“

Warum eigentlich? Ist diese „Vorsicht“ typisch deutsch?

Der Autor zieht das Fazit: „Die Manager-Weblogs sind daher auch nur bedingt aufregend.“

Muss das so sein? Natürlich müssen sich auch und gerade Manager und Führungskräfte an Spielregeln halten, sie haben auch eine Vorbild-Funktion.

„Web-Tagebücher sind ein Minenfeld. Jeder Satz will hier gut überlegt sein [..] Und als ob das noch nicht reicht, haben Firmen wie IBM obendrein spezielle Blogging-Richtlinien aufgestellt.“

M.E. liegen gerade in den „Blogging-Richtlinien“ auch Chancen. Sie dürfen nicht fesseln und knebeln, sondern sie müssen auch kreative Freiräume schaffen.

Der Münchner Kommunikationsberater Klaus Eck kritisiert zu Recht, „Chancen werden oft nicht gesehen, verleugnet, weil es einfacher ist, als sich mit einer relativ neuen, vernetzten Kommunikationslösung wie Blogs auseinanderzusetzen“.

Lesen Sie auch: Manager buhlen um die Gunst der Leser