So lief unser erster Hangout on Air

Reflexion – Neue Ideen – Neue Tests

Letzten Donnerstag fiel der Startschuss. Zu

Virtuelle Organisation und Arbeiten im Team

starten der Kommunikationsberater Frank Hamm, Injelea und ich eine Veranstaltungsreihe mit dem Google-Dienst Hangout on Air.

Wir sprechen insbesondere die Unternehmen und die Selbständigen an, die das Potenzial erkannt haben, das in einer virtuellen und vernetzten Organisation steckt, und nun Umsetzungsstrategien entwickeln wollen. Hierzu wollen wir einen Erfahrungsaustausch in­i­ti­ie­ren; denn auch die MiFoMM OHG selbst befindet sich mitten in einem – nicht einfachen – Wandel von einem (Online-)Händler zu einem Dienstleister. Ergebnisoffen.

Wie Phönix aus der Asche … jedes Unternehmen muss sich hin und wieder neu erfinden.

Das Motto unserer Reihe unterstreichen wir mit folgenden Hashtags:

# Einfach Machen
# Offenheit
# Feedback

Eine gute Kooperation und Zusammenarbeit lebt von Vertrauen und Vertrauen entsteht durch ‚Offenheit‘ und ‚Feedback‘.

johari-fenster

Sehr schön im Johari-Fenster dargestellt: Je offener wir kommunizieren und je mehr Feedback wir einholen, desto größer wird die Arena, d.h. der uns gemeinsam bekannte Bereich.

In unseren Live-Veranstaltungen arbeiten wir u.a. auch mit diversen Programmen, die das Arbeiten im Team unterstützen; Zuschauer können sich aktiv beteiligen, direkt Fragen stellen oder auch selbst in den Hangout kommen, einfach machen, denn

was wir selbst machen, lernen wir immer noch am besten.

Unseren ersten Hangout hatten wir bewusst völlig frei gestaltet, d.h. ohne detaillierte Absprache und ohne Drehbuch. Dies führte an zwei Stellen zu einer kurzen Irritation.

Frank fragte mich nach meiner Vorstellung von einer ‚Plattform‘; Überlegungen dazu hatte ich bereits im Vorfeld angestellt:

Web-Plattform – zwischen Ökonomie und Technologie

Jetzt hätte eine knackige Definition kommen müssen. Und genau das wollte ich vermeiden. In meinen Workshops hätte ich zunächst die Teilnehmer nach ihrer Definition gefragt …

… auf „Plattformen“  – im Allgemeinen und im Speziellen – komme ich noch in einem weiteren Artikel – und einem neuen Hangout – zurück. Auch unser Angebot kann eine ‚Plattform‘ werden; was wir genau darunter verstehen wollen, möchte ich gerne mit Interessenten und letztendlich den Nutzern der Plattform diskutieren und entwickeln; bereits 2006 hatte ich mit MiFoMM eine ‚Plattform-Idee‘ verbunden; MiFoMM ist das Akronym für:

Mittelstand – Forum – Menschen – Märkte

Auch Dr. Winfried Felser und Ansgar Baums liefern interessante Steilvorlagen, die ich noch gerne diskutieren möchte:

Alte Veranstaltungskonzepte funktionieren nicht mehr – “Events 4.0” als “Plattformen 4.0” für die neue “Ökonomie 4.0”!

“From Pipelines to Platforms” – Wie verändern digitale Plattformen die Wirtschaft? #NEO15 Session

Die zweite Irritation ergab sich daraus: ich hatte mir vorgestellt, das wir über die Funktion „Bildschirm teilen“ einen „roten Faden“ für die Diskussion sowie die genannten Artikel für alle Zuschauer sichtbar einblenden können … damit habe ich Frank überrascht.

Dieses und vieles mehr testen wir dann in den kommenden Sendungen, auch wieder ‚live und ungeschminkt‘.

Und ja, so lief unser erster Hangout on Air:

… wird fortgesetzt.

Rainer Helmes

 

Am Pranger: Nur Missverständnisse und Irritationen?

Danke Christian Henner-Fehr für die Steilvorlage! 🙂 :

Am Pranger – Jens Jessen beschreibt das Internet:

In der schrankenlosen Öffentlichkeit des Netzes stoßen Milieus aufeinander, die sich sonst nie begegnen würden. Hassexplosionen und Gewaltfantasien sind die Folge

Ja, der Artikel überzeichnet, gelinde gesagt. Das stelle ich nicht in Abrede.

Allerdings steckt auch ein Fünkchen Wahrheit darin. Nehmen wir nur den Punkt „Ironie wird missverstanden“:

Schon in Gruppentrainings mit 4-5 Leuten merke ich, dass viele Aussagen (=Botschaften) von den Teilnehmern unterschiedlich interpretiert werden; ja ganz unterschiedlich auf die TN wirken.

Im persönlichen Gespräch habe ich den Rückkanal der Körpersprache; ich merke wie meine Botschaft ankommt und kann evtl. gegensteuern; ich kann deeskalieren oder auch bewusst eskalieren (sehr gefährlich!).

Selbst bei einem Telefongespräch kann ich noch aus der Stimme und der Wortwahl meines Gesprächspartners Rückschlüsse ziehen.

Bei E-Mails – oder wenn ich via Twitter kommuniziere – fehlt dieser extrem wichtige Rückkanal. (Ein Grund dafür, dass ich sehr gerne und sehr oft die sog. Emoticons einsetze.) Ich habe selbst einige negative Erfahrungen gemacht: oft mussten wir bei Berater-Treffen Irritationen ausdiskutieren, die durch den zuvor missverständlichen E-Mail-Verkehr ausgelöst wurden! War nicht immer schön; aber gut, dass es diese Möglichkeit gab!

Jetzt – mit dem Internet – wird alles noch schlimmer ; wir schreiben unsere Botschaft ins Netz – bei Twitter sogar auf 140 Zeichen komprimiert, und wir wissen weder wer diese Botschaft empfängt noch was diese Botschaft beim Empfänger auslöst.

Missverständnisse sind vorprogrammiert! Und Jens Jessen hat Recht, wenn er schreibt, dass uns, d.h. der Gesellschaft, das nötige Wissen – sprich: der angeborene oder erlernte Instinkt – fehlt, mit dieser Art der Kommunikation richtig umzugehen.

Auch in den Zeiten des Internet – und gerade jetzt – gilt für mich mehr denn je: das persönliche Gespräch ist durch nichts zu ersetzen!

Und bei jedem Projektstart – neudeutsch: kick off meeting 🙂 – müssen sich alle Beteiligten persönlich kennenlernen (egal wie weit die Wege auch sind)! Erst später dann können alle Hilfsmittel der Kommunikation eingesetzt werden.

Mit Hilfe des Johari-Fensters lässt sich sehr schön das Spannungsfeld der Kommunikation erklären: Offenheit vs. Feedback und Fassade vs. die veröffentlichte Person.

Rainer Helmes