Alte Debatten – Neue Kultur?

Debatten sind nicht neu, aber verändern neue Plattformen unsere Debattenkultur?

Auch mit Hilfe dieses Artikels reflektiere ich wieder meine eigene „Social-Media-Nutzung“, und wie versprochen, teile ich meine Erfahrungen und Überlegungen; und ich freue mich über Kommentare und Anregungen „auf allen Kanälen“.

Nach Twitter und Facebook habe ich mir die Autorenplattform Pulse näher angesehen.

Kurzfassung

Wenn wir auf Autorenplattformen publizieren, wollen wir ‚Aufmerksamkeit‘ und ‚Reichweite‘ erzielen. Autoren verbreiten ihre Artikel auf diversen Social-Media-Kanälen – d.h. genau genommen sorgen die sog. Influencer für die Verbreitung. Die Beiträge werden dann z.B. auf Twitter oder Facebook diskutiert.

Welche Bedeutung hat dabei die ‚Reichweite‘? Wie kann ich diese definieren und messen?

Wir freuen uns über 1000 Textaufrufe; und mit 3000 Abrufen sind wir bereits der King?

Erreicht nicht jeder Bericht über ein Treffen des örtlichen Kaninchenzüchtervereins im Lokalblatt deutlich mehr Leser?

Die für mich wichtigste Frage ist, geht es wirklich nur um Masse – d.h. um die Anzahl der Leser? … um möglichst viele „Follower“?

Langversion

In den Anfängen – als „Social Media“ noch „Web 2.0“ hieß – gab es nur Blogs. Der Kreis war überschaubar, man lernte sich schnell kennen.

Und heute? Auch gutgemachte Blogs verschwinden in den schwarzen Löchern des Internet … und dann gibt es da noch „Social Media“ … und das ist  nochmal genau was?

Dazu heißt es auf Wikipedia.de:

Social Media (auch soziale Medien) bezeichnen digitale Medien und Technologien ([…]), die es Nutzern ermöglichen, sich untereinander auszutauschen und mediale Inhalte einzeln oder in Gemeinschaft zu erstellen. Der Begriff „Social Media“ wird aber auch für die Beschreibung einer neuen Erwartungshaltung an die Kommunikation genutzt […].*

Aber wo finde ich nun interessante Informationen zu meinen Interessen- und Fachgebieten? Und wie erfahre ich, welche Trendthemen gerade aufkommen?

Kann mir „Social Media“ dabei helfen?

Meine Antwort: Ein klares ‚Ja‘.

Dazu muss man sich allerdings mit den Tools beschäftigen, und man sollte auch wissen, was ein Hashtag ist, und wie man über eine entsprechende Suche seine Themen findet.

Auch – und gerade – aus Autorensicht ist eine begleitende Kommunikation via Social Media m.E. unerlässlich. Gute Beiträge alleine in das eigene Blog zu stellen und darauf zu warten, dass die Leser diesen ‚wertvollen Content‘ schon finden, reicht bei weitem nicht mehr aus.

Nach der langen Vorrede komme ich nun zu Pulse … und mein erster Eindruck aus Sicht des Lesers: ja, der Ansatz gefällt mir! Es gibt auch ein „Aber“: die Plattform ist austauschbar, ich kann auch ‚Medium‘ nehmen, vielleicht auch Facebook Notes, … ich werde überall nach Infos fanden … was ziehe ich vor? was ist besser? …  kann ich (noch) gar nicht sagen; ich denke, wir müssen wirklich Social Media als ‚Einheit‘ sehen.

So zum Beispiel: via Twitter bin ich auf einen kleinen Disput gestoßen, ausgelöst von dem lesenswerten Artikel:

New Work auf Irrwegen- eine Polemik gegen realitätsferne Visionen, Ursula Vranken

Die begleitende Debatte war auf Twitter und Facebook sehr schön zu verfolgen; und sehr interessant … es lohnt sich fast, aus den Tweets und Facebook-Kommentaren eine neue Story zu machen … (hier bietet sich Storify an, wenn die Twitterer einverstanden sind …)

Zum Thema folgten dann:

Was ist denn nun dran an „new work“, Guido Bosbach

und eine Replik:

Ganzheitliches Change-Gemurmel bringt keinen Wandel in Organisationen, Gunnar Sohn

Alle Artikel habe ich gerne gelesen, aber noch spannender waren die Kommentare und Anmerkungen auf Twitter und Facebook.

Entwickelt sich durch Social Media eine neue – eine andere – Debattenkultur?

Rainer Helmes

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*) URL: Wikipedia.de Seite „Social Media“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 4. November 2015, 12:33 UTC. (Abgerufen: 13. Dezember 2015, 17:58 UTC)

Facebook, LinkedIn, Xing, Twitter und Co – Netzwerke und Dienste für Profis?

Die Gründe, sich für Netzwerke oder Dienste wie Facebook, LinkedIn, Xing, Twitter oder ähnliche zu entscheiden, sind sicher so zahlreich, wie die Anzahl der Mitglieder, die diese nutzen 🙂 – ich nutze Xing (ehem. openBC) seit 2006; eigentlich nutze ich das Netzwerk noch nicht wirklich richtig 😉

Aber was heißt „richtig“? Wozu diese web-zwei-nullige Kommunikation? Und Profis?, die haben für solche „Spielereien“ keine Zeit, oder doch?

Ganz einfach:

Small Talk ist wichtig! Im Internet wie im realen Leben. Vertrieb’ler können ein Lied davon singen, wie viele Geschäftsessen im Vorfeld eines – eventuellen – Abschlusses notwendig sind … und immer wieder Small Talk 🙂

Und genau hier greift der soziale Gedanke der Netzwerke:

Es ist die Kombination aus Ihrem Profil mit Ihren Kompetenzen und dem Small Talk entweder über persönliche Nachrichten oder in Gruppendiskussionen, d.h. Sie stellen sich vor und die anderen lernen Sie kennen.

Es hat lange gedauert, aber heute sind LinkedIn und Xing m.E. im Lager der Profis etabliert und auch akzeptiert. Facebook weiß ich noch nicht richtig einzuordnen; da arbeite ich noch dran 😉 ( Und dann sind da noch die Probleme mit der Werbung bei Facebook … ) O.K., und nach Twitter darf ich heute auch noch niemanden außerhalb der Blogosphäre fragen 😉

Bzgl. Twitter bin ich selbst sehr ambivalent! Ist Twitter das bessere soziale Netzwerk? Twitter ist Small Talk 2.0 pur!

Bei Twitter gehen die Meinungen auch innerhalb der Blogosphäre extrem auseinander. Ich kann noch nicht genau erklären warum, aber ich sehe großes Potenzial in diesem Dienst.

Die m.E. beste Definition habe ich bei Thomas Knüwer gefunden:

Twitter ist nichts, als alltägliche Kommunikation. Es ist der kurze Zuruf im Vorbeigehen im Büroflur, das Treffen mit dem Nachbarn, wenn man gerade die Haustür aufschließt, die kleine Plänkelei mit dem Starbucks-Barrista. Es ist Kommunikation auf niedrigem Niveau – und doch eine Kommunikation die essentiell ist für unser Zusammenleben. Thomas Knüwer

Oder anders formuliert beim Werbeblogger: @Kaiser: Warum twitter ich eigentlich? Ich sags dir nur einmal!

Was passiert, wenn Twitter Mainstream wird? Darauf bin ich auch gespannt! Die Überlegungen von Djure Meinen kann ich sehr gut nachvollziehen:

Doch jetzt da Twitter – angeblich – Mainstream wird, verliert das ganze langsam seinen Reiz. Immer häufiger poppen Follower rein, die ganz offensichtlich keinerlei Interesse an mir, sondern nur an noch einer Leiche auf der Liste ihrer Follower haben. Djure Meinen

Und Don Alphonso sieht das Twitter-Ende 2009 gekommen. Ein wirklich lesenswerter Ausblick an der Blogbar 🙂

Wird sich das „Modell-Twitter“ als Kommunikationskanal durchsetzen? Das ist für mich heute die spannendste Frage!

Rainer Helmes