Wie ich Facebook lieben lernte

Was interessiert mich mein dummes Geschwätz von gestern. Ja, wirklich, ich wandle mich vom Saulus zum Paulus und werde zum begeisterten Facebook-Nutzer.

Wie denn das?

Facebook war für mich immer ein ‚Freundesnetzwerk‘, um mit verstreut lebenden Familienmitgliedern, Schulkameraden und Kommilitonen in Kontakt zu bleiben; berufliche Themen sollten m.E. außen vor bleiben.

Ich habe meine Meinung geändert, denn Facebook hat sich zu einem wichtigen – wenn nicht dem wichtigsten – beruflichen Netzwerk entwickelt, was nicht notwendigerweise bedeuten muss, dass jemand mit mehr als 1000 Kontakten auch 1000 wirkliche Freunde hat.

An Twitter hat mir die Offenheit gefallen; man kann interessanten Leuten folgen, ohne dass diese ‚zurückfolgen‘ müssen. Noch besser sind m.E. Twitterlisten; diese kann man selbst erstellen oder auch von anderen abonnieren.

Diese Twitterlisten möchte ich nicht mehr missen; und genau das geht auch mit Facebook. Man kann Profile* und Seiten in Listen zusammenfassen, ohne diese „befreunden“ oder „liken“ zu müssen.

Ich denke, mit Facebook werde ich auch noch klarkommen. Meine Liste ist ‚work in progress’…

Rainer Helmes

*) Anmerkung 10.12.2015: Ist man mit der Person nicht befreundet, dann lassen sich die öffentlich geteilten Beiträge nur dann in einer Liste anzeigen, wenn das Profil auch abonnierbar ist.

In 2015 wieder mehr Social Media wagen?

Mein Vorsatz für 2015: wieder mehr bloggen.

Gerade richtig kommt das aktuelle WordPress-Update mit einem neuen Theme daher – dem ‚Twenty Fifteen‘ , sehr schön, vielen Dank dafür!

Und zum Thema Bloggen bin ich kürzlich über einen lesenswerten Artikel von Nico Lumma gestolpert:

Schöner bloggen ohne SEO

was nichts anderes heißt als

Ich blogge nicht für Google

womit auch schon alles gesagt ist, worauf es beim Bloggen ankommt.

Zusätzlich will ich aber auch die anderen Social-Media-Kanäle stärker einbeziehen. Irgendwie will ich alle Kanäle „sinnvoll bespielen“; wie lässt sich das bewerkstelligen?

Gut – wenn es um die  „wichtigsten“ Social-Media-Plattformen geht, werden i.d.R. zuerst Facebook und Twitter genannt, für junge Leute noch der Messaging-Dienst WhatsApp (der mittlerweile zu Facebook gehört).

Es ist ein offenes Geheimnis, dass ich kein großer Freund von Facebook bin; alle paar Monate schaue ich vorbei, um schnell wieder festzustellen, dass Facebook doch nicht so wirklich mein Wohnzimmer ist.

In den letzten Tagen habe ich mich ausführlich mit der Frage „Profil oder Seite?“ beschäftigt.

Ja, wir haben auch eine Seite; eine Seite, die ich ursprünglich für Domus Apart geplant und eingerichtet habe: https://www.facebook.com/helmes.rainer

Facebook will nun, dass ich diese Seite bewerbe, um mehr „Likes“ zu erhalten …

wirb-auf-facebook

… und ja, das ist ein weiterer interessanter Aspekt: Seiten und Beiträge bewerben. Hierbei kommt man schnell auf Einsätze von 15 EUR und mehr pro Tag

Facebook-Seiten-bewerben

… Ob sich das rechnet? Ich habe es noch nicht ausprobiert.

Dass man heute keinen Online-Shop mehr ohne Einsatz von kostenpflichtigen ‚Product Listing Ads‘ betreiben sollte, um prominent von Google gelistet zu werden, habe ich bereits erwähnt …

… die Entwicklung bei Facebook wird m.E. ähnlich verlaufen, d.h. wer bei Facebook besonders auffallen will, muss dafür auch bezahlen.

Nicht das mich hier jemand missversteht, ich habe nichts gegen Werbung, solange die Maßnahmen klar und deutlich kommuniziert werden; auch und gerade von den Social-Media-Beratern! Jeder muss wissen, worauf er sich einlässt! Die Zeiten, in denen man alleine mit guten Texten Eindruck schinden und die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich lenken konnte, sind lange vorbei; gute Texte sind eine notwendige Voraussetzung, nicht mehr aber auch nicht weniger!

Und Twitter nutze ich z.Z. eher passiv. Ab und zu „lese ich rein“, und ich finde auch hin und wieder interessante Tipps und Artikel, wie z.B. den oben erwähnten von Nico Lumma zum „Bloggen ohne SEO“.

Alles in allem hat Social Media noch immer sehr viel mit Versuch und Irrtum zu tun, denn andere Ziele erfordern andere Maßnahmen!

In 2015 versuche ich, die vielen Kanäle, die ich überwiegend privat und auch zu Testzwecken nutze, so zusammenzuführen und mit den ‚geschäftlichen‘ zu verbinden, dass ein ganzheitliches Bild entsteht; ich will und kann mein privates Ich nicht von meinem beruflichen Ich trennen.

Social Media ist zeitaufwendig, gerade dann, wenn ich auf verschiedenen Kanälen diskutieren und zeitnah antworten will. Für mich gilt: auch wenn ich zu Allem eine Meinung habe, werde ich nicht Alles öffentlich diskutieren bzw. kommentieren. Ich schreibe in erster Linie für Freunde, Kollegen, Partner, und alle, die sich für mich, meine Arbeit und für meine Meinung interessieren und deren Meinung mir wichtig ist. Natürlich will ich auch neue geschäftliche Netze knüpfen. Darüber hinaus dienen meine Blogs auch dazu, meine Gedanken zu ordnen, und das eine oder andere auch neu zu denken …

Ich wünsche uns allen viele neue Erkenntnisse und auch anregende Diskussionen.

Rainer Helmes

Facebook – Fanseiten für Rainer Helmes und Domus Apart

Leider stellt storytlr den Betrieb ein, das hat auch zur Folge, dass die Links  http://rainer.helmes.de/entry… ins Leere laufen.

Sehr schade, denn ich hatte vor, diese Plattform als eine Sammelstelle für meine Spuren im Netz aufzubauen; nun muss ich dafür etwas Anderes suchen.

So wie es aussieht, finde ich diese Möglichkeit bei Facebook.

An Facebook hat mich immer gestört, dass ich die Meldungen der „Freunde“ erst nach gegenseitiger Kontaktbestätigung sehen kann.

Offene Systeme, bei denen ich beliebigen Personen folgen kann, ohne dass mir gefolgt wird und umgekehrt, gefallen mir besser …

Und hierzu bieten sich die Facebook-Seiten an. Die Möglichkeiten scheinen auf den ersten Blick vielversprechend, so dass ich auch einen zweiten und evtl. dritten Blick riskiere …

Die Seiten sind von jedem Besucher öffentlich lesbar und jeder Facebook-Benutzer kann ‚Fan‘ werden; er kann dann jeden Eintrag kommentieren und sich an Diskussionen beteiligen. Ich hoffe, dass diese Möglichkeiten reichlich genutzt werden. Dazu habe ich Rainer Helmes – die ganz private Seite eingerichtet – für alles, was mir so im Kopf herumspukt, als Spielwiese, ein Bauchladen der Ideen … ohne Konzept – Einfach Machen …

Auf der anderen Seite nutze ich die ‚web-2.nulligen‘ Möglichkeiten auch beruflich. Auf der Fanseite von Domus Apart – Marken Online geht es um das eBusiness, und speziell um eCommerce, d.h. die Bedeutung der Internet-Technologie für den (Versand-)Handel. Ich begleite den ‚Wandel im Handel‘, denn ich bin überzeugt, wir stehen vor einem Paradigmenwechsel, der die gesamte Handelskette gewaltig aufmischt und neu ordnet.

🙂 Rainer Helmes

20 Jahre Internet – Standortbestimmung und Ausblick – Gartner Hype Cycle

Das Internet beginnt mit einer Vision. 1989 stellt Sir Timothy John Berners-Lee seine Idee von der vernetzten Welt vor.

Und mit dem Aufkommen der Webbrowser verlässt ‚das Internet‘ den Elfenbeinturm und gelangt in den Mainstream.

Die ersten statischen Internet-Seiten entstehen. Der ‚große Run‘ nach Internet-Namen (Domains) begann dann so um 1996 … damals gab es mal den Werbespot der IBM:

Denn hier steht geschrieben „wir müssen ins Internet“! – Aber wozu? – Das steht nirgendwo.

(Leider kann ich den Spot nicht mehr finden, wer einen Link hat, immer her damit, würde mich sehr freuen 🙂 )

Thorsten Zoerner hat diesen Spot nachgeliefert 🙂 – Danke dafür!

[Video ist nicht mehr verfügbar]

Die Chronik der DENIC eG spiegelt dieses Wachstum eindrucksvoll wider:

DenicChronik

Und das Wachstum ist bis heute ungebrochen.

ghcvideo

Anwendung des Gartner Hype Cycles

Klicken Sie auf nebenstehende Abbildung, Sie sehen ein Video (engl.) mit Jackie Fenn, VP Gartner Fellow, zu dem von ihr entwickelten Modell mit ihrer Einschätzung zu ‚Social Networking‘.

Mit Hilfe dieses Modells will ich die Entwicklungsstufen des Internet aus den Perspektiven ‚Technologie‘ und ‚Kultur des Mitwirkens‘ betrachten.

InternetHypeCycle

Der einfache Hype-Zyklus wird nach dieser Definition in fünf Abschnitte unterteilt:(1)

  1. technologischer Auslöser: Die erste Phase ist der technologische Auslöser oder Durchbruch, Projektbeginn oder ein sonstiges Ereignis, welches auf beachtliches Interesse des Fachpublikums stößt. Trittbrettfahrer steigen auf das neue Thema auf.
  2. Gipfel der überzogenen Erwartungen: In der nächsten Phase überstürzen sich die Berichte und erzeugen oft übertriebenen Enthusiasmus und unrealistische Erwartungen. Es mag durchaus erfolgreiche Anwendungen der neuen Technologie geben, aber die meisten kämpfen mit Kinderkrankheiten.
  3. Tal der Enttäuschungen: Technologien kommen im Tal der Enttäuschungen an, weil sie nicht alle Erwartungen erfüllen können und schnell nicht mehr aktuell sind. Als Konsequenz ebbt die Berichterstattung ab.
  4. Pfad der Erleuchtung: Obwohl die Berichterstattung über die Technologie stark abgenommen hat, führen realistische Einschätzungen wieder auf den Pfad der Erleuchtung. Es entsteht ein Verständnis für die Vorteile, die praktische Umsetzung, aber auch für die Grenzen der neuen Technologie.
  5. Plateau der Produktivität: Eine Technologie erreicht ein Plateau der Produktivität, wenn die Vorteile allgemein anerkannt und akzeptiert werden. Die Technologie wird immer solider und entwickelt sich in zweiter oder dritter Generation weiter. Die Endhöhe dieses Plateaus hängt stark davon ab, ob die Technologie in Massen- oder Nischenmärkten angenommen wird.

Wo befinden wir uns, wenn wir den Gartner Hype Cycle zugrunde legen?

Wenn wir die Internet-Technologie als ganzes nehmen, dann haben wir sicher das „Plateau of Productivity“ erreicht.

InternetHypeCycle2

Heute ist dieses „technologie-getriebene Internet“ in unserem Alltag angekommen; die Online-Nutzung nimmt stetig zu:

Abb01

aus: http://www.daserste.de/service/studie08_1.pdf

Web 2.0 vor Desillusionierung?

Z.Z. erleben wir einen Boom von Twitter (Twitter steht hier stellvertretend für Microblogging) und den „sozialen Netzwerken“ wie Xing, Facebook u.v.a.m.. Wir haben Online-Identitäten noch und nöcher. Den „Gipfel überzogener Erwartungen“ haben wir m.E. erreicht bzw. bereits überschritten; das „Tal der Enttäuschung“ liegt vor uns. Ich bin sicher, wir werden dieses Tal schnell durchschreiten und in den nächsten Jahren über den „Anstieg der Erleuchtung“ das „Plateau der Produktivität“ erreichen.

Beim Blick in meine Glaskugel 🙂 – sehe ich in etwa diesen Verlauf für das „Mitmach-Internet“, das sog. „Web 2.0“ in der Definition nach O’Reilly:

InternetHypeCycle3

Aulöser (Innovations-Trigger) ist nicht die Technologie sondern die zwischenmenschliche Komponente – die Kultur des Mitwirkens:

„Kurz gesagt ist das www der nächsten Generation nicht länger nur ein Markplatz mit Produzenten und Konsumenten, sondern ein sozialer Raum, in dem sich Menschen austauschen, vernetzen, bloggen, podcasten, Videos und Bilder mit anderen Nutzern teilen und Kontakte knüpfen.“

Wie das ‚Mitmach-Internet‘ unsere Gesellschaft verändern kann, zeigt die Dukumentation Us Now (in englischer Sprache) sehr anschaulich – sehr interessante 60 Minuten!

Hier geht es zum Video: Us Now on Vimeo. Eine Diskussion zum Film gibt es hier: Us Now discussion on Vimeo.

Sehr zu empfehlen sind auch die kurzen Videos-Statements von Don Tapscott, Clay Shirky, Lee Bryant und vielen anderen mehr.

Zum Beispiel: Don Tapscott – Corporate Behaviour

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(1) Seite „Hype-Zyklus“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 29. Oktober 2008, 18:25 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Hype-Zyklus&oldid=52394044 (Abgerufen: 18. Mai 2009, 17:01 UTC)

Facebook, LinkedIn, Xing, Twitter und Co – Netzwerke und Dienste für Profis?

Die Gründe, sich für Netzwerke oder Dienste wie Facebook, LinkedIn, Xing, Twitter oder ähnliche zu entscheiden, sind sicher so zahlreich, wie die Anzahl der Mitglieder, die diese nutzen 🙂 – ich nutze Xing (ehem. openBC) seit 2006; eigentlich nutze ich das Netzwerk noch nicht wirklich richtig 😉

Aber was heißt „richtig“? Wozu diese web-zwei-nullige Kommunikation? Und Profis?, die haben für solche „Spielereien“ keine Zeit, oder doch?

Ganz einfach:

Small Talk ist wichtig! Im Internet wie im realen Leben. Vertrieb’ler können ein Lied davon singen, wie viele Geschäftsessen im Vorfeld eines – eventuellen – Abschlusses notwendig sind … und immer wieder Small Talk 🙂

Und genau hier greift der soziale Gedanke der Netzwerke:

Es ist die Kombination aus Ihrem Profil mit Ihren Kompetenzen und dem Small Talk entweder über persönliche Nachrichten oder in Gruppendiskussionen, d.h. Sie stellen sich vor und die anderen lernen Sie kennen.

Es hat lange gedauert, aber heute sind LinkedIn und Xing m.E. im Lager der Profis etabliert und auch akzeptiert. Facebook weiß ich noch nicht richtig einzuordnen; da arbeite ich noch dran 😉 ( Und dann sind da noch die Probleme mit der Werbung bei Facebook … ) O.K., und nach Twitter darf ich heute auch noch niemanden außerhalb der Blogosphäre fragen 😉

Bzgl. Twitter bin ich selbst sehr ambivalent! Ist Twitter das bessere soziale Netzwerk? Twitter ist Small Talk 2.0 pur!

Bei Twitter gehen die Meinungen auch innerhalb der Blogosphäre extrem auseinander. Ich kann noch nicht genau erklären warum, aber ich sehe großes Potenzial in diesem Dienst.

Die m.E. beste Definition habe ich bei Thomas Knüwer gefunden:

Twitter ist nichts, als alltägliche Kommunikation. Es ist der kurze Zuruf im Vorbeigehen im Büroflur, das Treffen mit dem Nachbarn, wenn man gerade die Haustür aufschließt, die kleine Plänkelei mit dem Starbucks-Barrista. Es ist Kommunikation auf niedrigem Niveau – und doch eine Kommunikation die essentiell ist für unser Zusammenleben. Thomas Knüwer

Oder anders formuliert beim Werbeblogger: @Kaiser: Warum twitter ich eigentlich? Ich sags dir nur einmal!

Was passiert, wenn Twitter Mainstream wird? Darauf bin ich auch gespannt! Die Überlegungen von Djure Meinen kann ich sehr gut nachvollziehen:

Doch jetzt da Twitter – angeblich – Mainstream wird, verliert das ganze langsam seinen Reiz. Immer häufiger poppen Follower rein, die ganz offensichtlich keinerlei Interesse an mir, sondern nur an noch einer Leiche auf der Liste ihrer Follower haben. Djure Meinen

Und Don Alphonso sieht das Twitter-Ende 2009 gekommen. Ein wirklich lesenswerter Ausblick an der Blogbar 🙂

Wird sich das „Modell-Twitter“ als Kommunikationskanal durchsetzen? Das ist für mich heute die spannendste Frage!

Rainer Helmes