Wozu ein Corporate Blog?

Erinnern Sie sich noch an folgenden Dialog aus dem Werbespot einer bekannten IT-Firma?:

A: Hier steht, wir müssen ins Internet!
B: Warum?
A: Das steht hier nicht!?!

Ob das wohl übertragbar ist …? Lesen Sie mehr bei MiFoMM: Kommunizieren, Aber Wie?

„Wohin soll ich von hier aus gehen?“
„Das hängt in beträchtlichem Maße davon ab, wo du ankommen willst.“.
Lewis Carroll in Alice im Wunderland

Weblog Kommunikation

Die Diskussion zu „Unternehmerisches Denken“, die sich gerade beim JobBlog und beim Excellence Blog entwickelt, finde ich spannend.

Marcel Widmer – JobBlog – schreibt:

Einfach fantastisch, wie sich in Weblogs über weite Distanzen interessante und erhellende „Diskussionen“ entwickeln können!

… dem habe ich nichts hinzuzufügen 🙂

Gerade Berater nutzen diese Möglichkeiten noch viel zu wenig. Hier verschenken wir noch sehr viel an wertvollem Potenzial.

Dennoch wage ich heute schon die Prognose, dass Weblogs als Mittel der Unternehmenskommunikation mittelfristig noch wichtiger und unverzichtbarer werden, als es die E-Mail heute schon ist.

Auf Ihre Kommentare zu dieser – gewagten? – These freue ich mich sehr.

Weblogs und kein Ende

Das JobBlog greift das Thema Weblogs für Unternehmen heute wieder auf.

Die Zahl der Weblogs steigt in letzter Zeit rasant an; ein Ende ist nicht abzusehen. Technorati listet weltweit mehr als 30 Millionen Blogs, und ich frage mich, stehen wir wieder vor einer „Überhitzung“?

Meine Antwort: Nein. Spätestens seit Ende des Internet-Hypes sollte jedem klar sein: das Internet kann die „alten“ Gesetze der Betriebs- und Volkswirtschaft nicht auf den Kopf stellen.

Das Internet ist m.E. nicht mehr – aber auch nicht weniger – als ein weiterer Kommunikationskanal, allerdings einer mit einem sehr großem „Veränderungspotenzial“.

Martin Röll hat es so ausgedrückt:

Die Weblogs verändern das Leben der Leute. Die Leute verhalten sich anders. Das veränderte Verhalten wirkt auf die Unternehmen. Es lohnt sich oft, das genau zu betrachten.

Ich erinnere mich noch gut an Diskussionen Ende der 90er Jahre, als mir Geschäftsführer mittelständischer Unternehmen sagten, „E-Mail brauchen wir niemals“, na ja!

M.E. stellt sich die Frage heute nicht mehr, ob wir Weblogs gut finden oder nicht; die „kritische Masse“ ist überschritten.

Unternehmen müssen lernen, richtig mit Weblogs umzugehen. Es gibt auch Negativ-Beispiele, die zeigen wie man nicht kommunizieren sollte.

Update: sehr lesenswert ist dieser Artikel beim
PR Blogger: Die Macht der neuen Meinungsmacher

Weblog GAU

Gestern habe ich hier sehr positiv über die Kommunikation via Weblogs geschrieben, heute finde ich diesen Beitrag von Prof. Pleil beim PR Blogger .

Zwei Aspekte möchte ich aufgreifen:

„Naked conversations live: Der GHP-Express ist die Art Weblog, vor dem uns alle Blog-Skeptiker gewarnt haben …“

Müssen und dürfen alle (anonymen) Kommentare auf Weblogs veröffentlicht werden?

Hier „schlagen zwei Seelen in meiner Brust“: Ich bin für die freie Meinungsäußerung und gegen jede Form der Zensur, aber die freie Meinungsäußerung darf keine andere Person in ihrer Persönlichkeit verletzen.

Allerdings halte ich es für falsch, den Weblog-Betreiber für die Kommentare auf seiner Seite haftbar zu machen. Er sollte aber verpflichtet werden, Kommentare (nach einer „vertretbaren“ Zeit) unaufgefordert zu löschen, die gegen die „guten Sitten“ verstoßen; nur gibt es hier Definitionsprobleme.

Auch anonym zu kommentieren halte ich für legitim. Ein Kommentar ist nicht deshalb falsch oder schlecht, es gibt viele gute Gründe, eine bestimmte Ansicht nicht vor der ganzen Welt offen zulegen.

„PR-Leute sollten sich als Grenzstellen-Inhaber verstehen und dem Management den Spiegel der Umwelten vorhalten: Was wird draußen erwartet, was erwarten unsere Mitarbeiter? Und das Kommunizieren von der Organisation nach außen ist plötzlich nur noch ein Teil des PR-Jobs. Was für ein Wandel weg vom klassischen Pressesprecher.“

Müssen sich Unternehmen auf das (veränderte) Kommunikations- und Informationsbedürfnis ihrer Mitarbeiter einstellen?

Eine gute Kommunikationskultur ist ein Wert, den man m.E. nicht hoch genug einschätzen kann. Wenn so ein Super-GAU eintritt, dann hat das Management in wesentlichen Punkten versagt.

Das zweite Kommunikations-Axiom von Paul Watzlawick besagt: „Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt“, d.h. jede zwischenmenschliche Beziehung findet auf einer Verstandesebene (logische Argumentation) und auf einer Gefühlsebene statt.

Das Management ist gefordert, sich frühzeitig ein Bild zu machen, wie es um die Kultur seines Unternehmens bestellt ist. Hierzu kann eine „Kultur- bzw. Organisationsklima-Analyse“ durchgeführt werden.

weiterführende Links:
Hay Group: Kultur-Audit und Klima-Analyse (PDF-Datei)
idw: Nur wenn das Klima stimmt, kann eine Firma profitabel sein

Sind Weblogs Hype?

Mein Fazit vorab: Weblogs sind weder Internet-Hype noch werden sie zukünftig an Bedeutung verlieren.

Im Gegenteil: Weblogs entwickeln sich m.E. zu einem wichtigen und unverzichtbaren Werkzeug der modernen Geschäftswelt; Weblogs haben das Potenzial, die Bedeutung der E-Mail-Kommunikation noch zu übertreffen.

Wie Weblogs aus wissenschaftlicher Sicht abgegrenzt werden können, beschreibt Jan Schmidt in seinem Blog.

Den entscheidenden Punkt aber spricht Martin Röll an: „Die Weblogs verändern das Leben der Leute. Die Leute verhalten sich anders. Das veränderte Verhalten wirkt auf die Unternehmen. Es lohnt sich oft, das genau zu betrachten.“ (aus: Weblogs: Abgrenzung und Hype (Jan Schmidt))

Wir sind heute an einem Punkt angekommen, an dem sich die Frage „bin ich für oder gegen Weblogs?“ so nicht mehr stellt.

Manager müssen sich indes die Frage stellen „wie integriere ich Weblogs in meine (Unternehmens-) Kommunikation?“.

Spätestens seit den „Klowänden im Internet“ wissen wir, welche Folgen eine „verunglückte“ E-Mail haben kann.

Wieviel Offenheit in aller Öffentlichkeit will / kann / darf / muss ich mir leisten, wurde schon hier, hier und hier diskutiert, und die Diskussion gelangte schließlich auch ins Fernsehen. (-nebenbei: zum Thema Offenheit fällt mir das Johari-Fenster ein-)

Mein Appell an Unternehmen und Manager ist, sich ernsthaft mit dem „Phänomen Weblog“ auseinanderzusetzen, denn „Chancen werden oft nicht gesehen, verleugnet, weil es einfacher ist, als sich mit einer relativ neuen, vernetzten Kommunikationslösung wie Blogs auseinanderzusetzen“ (Klaus Eck: Manager buhlen um die Gunst der Leser)

Das wir im Informationszeitalter angekommen sind, bestreitet heute niemand mehr ernsthaft. Neben dem Wissen ist Zeit die Hauptwährung der modernen Geschäftswelt. Als Nachrichtentechniker gesprochen: wir müssen heute sehr zeitnah entscheiden, welcher Anteil einer Nachricht Information und welcher Anteil Rauschen ist, und das ist Fluch und Segen zugleich …

… und Weblogs sind nicht mehr und nicht weniger als ein schnelles Transportmittel für Wissen, oder einfacher ausgedrückt: eine weitere Möglichkeit, unkompliziert und schnell zu kommunizieren.

Diese Diskussion um das „Phänomen Weblog“, die quasi zeitgleich an verschiedenen Orten, von unterschiedlichen Gruppen der Gesellschaft geführt und weiterentwickelt wird, ist nur ein weiterer Beleg dafür.

MiFoMM : Mittelstand-Forum, Menschen und Märkte

… geht heute mit dem MiFoMM-Blog online.

Nach dem Ende des Internet-Hype machen heute neue Schlagworte wie Soziale Software und Web 2.0 die Runde.

Wir wagen den Versuch, diese Buzzwords zu entzaubern. Was verbirgt sich hinter der Web-2.0-Technologie und was haben Sie davon?

Diesen und anderen Fragen gehen wir nach. Geplant haben wir Schwerpunkte zu:

  • Marktchancen durch Soziale Software
  • Kooperationsmodelle im Internet

Gerne nehmen wir auch Ihre Anregungen und Fragen auf!

auch Manager tun es

„Manager bloggen und buhlen um Gunst“, titeln die VDI nachrichten von heute.

Gleichzeitig wird gewarnt: „Tagebücher und andere Online-Journale im Internet sind ein Renner [..] Doch nicht alles, was der Führungskraft durch den Kopf geht, gehört dorthin, sonst kann die Karriere zu Ende sein.“

Warum eigentlich? Ist diese „Vorsicht“ typisch deutsch?

Der Autor zieht das Fazit: „Die Manager-Weblogs sind daher auch nur bedingt aufregend.“

Muss das so sein? Natürlich müssen sich auch und gerade Manager und Führungskräfte an Spielregeln halten, sie haben auch eine Vorbild-Funktion.

„Web-Tagebücher sind ein Minenfeld. Jeder Satz will hier gut überlegt sein [..] Und als ob das noch nicht reicht, haben Firmen wie IBM obendrein spezielle Blogging-Richtlinien aufgestellt.“

M.E. liegen gerade in den „Blogging-Richtlinien“ auch Chancen. Sie dürfen nicht fesseln und knebeln, sondern sie müssen auch kreative Freiräume schaffen.

Der Münchner Kommunikationsberater Klaus Eck kritisiert zu Recht, „Chancen werden oft nicht gesehen, verleugnet, weil es einfacher ist, als sich mit einer relativ neuen, vernetzten Kommunikationslösung wie Blogs auseinanderzusetzen“.

Lesen Sie auch: Manager buhlen um die Gunst der Leser