Ist der Wandel digital?

Ich halte kurz inne.  (Die Aufzeichnung startet ab Minute 34)

Wenn ich stutze, ist das ein sicheres Zeichen, dass etwas für mich  nicht stimmig ist, nicht „wirklich rund“ ist.

So auch gestern in unserem ersten Hangout, Anstoß von „Virtuelle Organisation und Arbeiten im Team“.

Frank Hamm fragt mich:

„Was verstehst Du unter der ‚Digitalisierung‘?“

Hmmmm!?! Sofort schießt mir wieder die eine Frage durch den Kopf:

Sage ich ‚Handel im digitalen Wandel‘ oder besser nur ‚Handel im Wandel‘?

oder auch:

Wie erkläre ich den digitalen Wandel?

Ein kurzer Blick nach oben, vielleicht fällt die Antwort ja vom Himmel.

In diesem Augenblick wird mir bewusst: Das Wort ‚Digital‘ stört mich an dieser Stelle und gerade in diesem Zusammenhang.

Warum?

Ich höre mir diese Stelle der Aufzeichnung wiederholt an.

Mir wird schlagartig klar, fokussieren wir uns zu sehr auf  „Digital“ bzw. „Dgitale Transformation“ verengen wir den Blick, sowohl bzgl. Ursache und Wirkung als auch bzgl. möglicher Lösungsansätze.

Streichen wir das ‚Digital‘, und reden wir über ‚Veränderungen‘.

Richtig aber ist m.E.:

Die fortschreitende Digitalisierung ermöglicht uns, auf „alte“ Herausforderungen anders und besser zu reagieren.

Rainer Helmes

 

Web-Plattform – zwischen Ökonomie und Technologie

Internet-Plattformen – in all ihren Facetten – interessieren mich. Es gibt „Plattformen“ wie Sand am Meer, aber … deshalb an dieser Stelle kurz zur Einordnung: was meine ich, wenn ich von „Internet-“ oder „Web-Plattformen“ – oder kurz von „Plattform“ – spreche?

Was ist eine Plattform?

Ein Bahnsteig z.B. ist auch eine Plattform (vgl: Wiktionary: Plattform – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen ). Es zeigt sich schön: über „Plattformen“ lässt sich stundenlang sprechen und dabei wunderbar aneinander vorbei reden:

Aus (netz-)ökonomischer Sicht sind wir auf dem Weg in die Netzwerk- oder Plattform-Gesellschaft; aus technologischer Sicht geht es bei Plattformen um Schnittstellen und um sog. APIs. Beides soll hier kein Thema sein. Es geht auch nicht um die Frage, ob die sog. Share Economy nun gut oder schlecht ist, ob sie funktionieren kann, oder auch nicht –  Airbnb oder Uber sind Beispiele für Plattformen der Share Economy.

Für mich sind die „neuen“ Internet-Plattformen die

Treiber bzw. Beschleuniger des digitalen Wandels

Und dabei denke ich nicht nur an die großen Internetfirmen, wie Amazon, Facebook, Ebay und Google.

Ich denke an all die Plattformen, die wir im weitesten Sinne als Marktplätze bezeichnen können.

Alle  diese Plattformen –  physisch und virtuell – haben eines gemeinsam, sie ermöglichen uns, Geschäfte zu machen; sie sind „Business Enabler“; sie bringen Marktteilnehmer zusammen.

Und das „Marktplatz-Prinzip“ ist nichts Neues; es ist so alt wie die Menschheit. Es spielt keine Rolle, ob sich unser Marktplatz im antiken Rom, im mittelalterlichen Europa oder im Internet – aka Neuland – befindet.

Was sich aber sehr wohl ändert, sind die Zugangsmöglichkeiten der Marktteilnehmer sowie die Logistik – im weitesten Sinne – für die Finanz- und Warentransaktionen.

Dabei ändert sich auch in entscheidender Weise, wie wir uns informieren, wie wir kommunizieren, wie wir (zusammen) arbeiten, wie wir uns und unsere Dienstleistungen präsentieren, wie wir Handel treiben usw. usf..

Internet-Plattformen eröffnen uns – als Person und auch als Unternehmen – viele neue Chancen, stellen uns auf der anderen Seite aber auch vor neue Herausforderungen.

Um die Chancen zu nutzen und die Herausforderungen zu bewältigen, benötigen wir eine neue digitale Medienkompetenz.

Ja, Plattformen ermöglichen uns, uns (besser) zu informieren, zu kommunizieren, mit anderen zusammen zu arbeiten, Handel zu treiben u.v.a.m.. Auch sog. „Cloud“-Dienste gehören dazu, diese bieten uns z.B. Speicherplatz für unsere Urlaubsfotos.

Mit „Plattformen für den Mittelstand für Information, Kommunikation, Kollaboration und Handel“ werde ich mich noch intensiver – hier und an anderer Stelle – auseinandersetzen.

Rainer Helmes

 

 

 

Ein Blick zurück – ein Blick nach vorn

Ein Jahresrückblick, bereits im Oktober? Aus Gründen: 2015 war für mich ein sehr schweres Jahr … ich musste Abschied nehmen, von einem sehr lieben Menschen, und das schmerzt, auch heute noch.

Es sind Dinge liegengeblieben, die jetzt umso intensiver angegangen werden müssen. Weichen müssen gestellt werden. Der Umbau von Domus Apart von einem (Online-)Händler zu einem Dienstleister für (Online-)Händler ist ins Stocken geraten. Offene Frage: Führen wir die MiFoMM OHG in der jetzigen Form – als Handels- und Dienstleistungsunternehmen – weiter oder biete ich ausschließlich Beratungsleistungen auf freiberuflicher Basis an? … gerne möchte ich beide Optionen  offen halten – zumindest noch für eine gewisse Zeit.

Auch möchte ich – Nomen est omen – „MiFoMM“ noch verwirklichen: Bereits 2006 hatte ich die Idee zu einer „Plattform“ Mittelstand-Forum-Menschen-Märkte – eben MiFoMM.

Das Thema „Mittelstand und Plattformökonomie“ wird mich weiter beschäftigen. In diesem Zusammenhang möchte ich nochmal hinweisen auf einen sehr interessanten Artikel von Dr. Winfried Felser:

Alte Veranstaltungskonzepte funktionieren nicht mehr – “Events 4.0” als “Plattformen 4.0” für die neue “Ökonomie 4.0”!

Mit einem Zitat von Haier-Chef Zhang Ruimin:

„In Zukunft gibt es nur noch Plattform-Inhaber, Unternehmer und Mikrounternehmer.Unsere fünf Forschungszentren weltweit funktionieren heute schon wie Plattformen, auf denen Unternehmer zusammenarbeiten.“

Nachdenkenswert …

Siehe auch: „Die Firma der Zukunft hat keine Angestellten mehr“

Rainer Helmes