Mit (Twitter-)listen und der #-Ablage die Infoflut beherrschbar machen

Wie kann ich die Infoflut in den Griff bekommen? Wo finde ich die für mich relevanten Informationen?

Natürlich online. Am liebsten überall. Zu jeder Zeit.

Kurzfassung:

Zur Zeit basiert meine #-Ablage auf Twitter und den Twitterlisten. Der Aufbau ist „work in progress“ mit viel Versuch und Irrtum. Ich sehe in Twitter auch für die Zukunft noch viel Potenzial, wenn auch hier und da bereits die Twitterdämmerung herbeigeschrieben wird.

Facebooklisten nehme ich mir für später vor; hierzu hat Frank Hamm einen sehr guten Artikel geschrieben. Macht es Sinn, beides parallel zu nutzen?

Noch eine Anmerkung: da ich schon mangels Zeit nicht in der Lage bin, alles zu lesen bzw. zu sehen, was ich gerne möchte, ist es nur logisch, dass alle Anbieter und Portale aus meinen Übersichten fliegen, die mir die Informationsaufnahme künstlich erschweren.

Langversion:

Die ultimative Antwort auf die Eingangsfragen habe ich noch nicht gefunden; beim Schreiben des folgenden Textes versuche ich, eine brauchbare Methode zu entwickeln, um der Infoflut Herr zu werden; und nebenbei sage ich auch, warum eigentlich „#-Ablage“?

Die Zeiten sind lange vorbei, als mein Tag mit dem Lesen einer Tageszeitung begann und die ’19-Uhr-Heute‘ sowie die ’20-Uhr-Tagesschau‘ gesetzte Blöcke im Tagesablauf waren.

Dank Internet können wir heute direkt die Quellen anzapfen, wir müssen uns nicht mehr alleine auf die sogenannten Gatekeeper der ‚Alten Medien‘ verlassen. Ein wichtiger Fortschritt in meinen Augen.

Aber mit Verlaub: Sprüche wie

„Content ist King!“ und „Guter Content findet Dich!“

halte ich für den größten Quatsch.

Jeder einzelne von uns kann zum Sender werden, wenn er es will; aber nicht jeder wird gleich ein Influencer.

Einfacher war es so um das Jahr 2005 herum, als die Blogosphäre – unser damaliges Kleinbloggersdorf – noch sehr überschaubar war. Die wenigen Blogger haben sich gegenseitig verlinkt und lesenswerte Blogs über die sogenannte Blogroll weiterempfohlen. Kommentiert wurde direkt unter den Artikeln.

Manchmal habe ich den Eindruck, dass diese ‚guten alten Zeiten‘ noch viel weiter zurückliegen. Aber die Geschichte kann Robert Basic – Blogger der ersten Stunde – besser erzählen.

Kleinbloggersdorf – im oben skizzierten Sinne – gibt es heute nicht mehr; die Blogger werden entweder professioneller oder verschwinden vom Radar.

Für mich bedeutet das auch: viele Perlen finde ich nicht mehr, und das ist schade; aber die Zeit, die ich für die Suche nach relevanten Informationen einsetzen kann, ist begrenzt und die Medienlandschaft ist heute extrem zersplittert – Blogs, Magazine, Internetportale von internationalen Verlagen und TV-Sendern, Jedermann-TV und Youtube-Kanäle, Plattformen, die selbst wieder zu Verlagen werden wie Medium, LinkedIn oder auch Xing usw. usf..

Auch wenn mich der sprichwörtliche Sack Reis nicht interessiert, der irgendwo in China umfällt, kann ich unzählige Quellen finden, die genau darüber berichten.

Dieses Überangebot an Information hat Konsequenzen:

Ich benötige Filter (= Software-Tools), die mir eine Vorsortierung und Ablage für das spätere Lesen ermöglichen, und – ganz wichtig – ich brauche den Mut zur Lücke! Alles lesen, das geht nicht!

Die Ingredienzen für einen ersten groben Überblick sind der RSS-Reader – auch Feedreader genannt, das Folgen von interessanten Leuten auf diversen Kanälen wie Medium, LinkedIn, Pinterest, Instagram, Storify u.v.a.m. sowie der WordPress-Reader auf wordpress.com.

Z.Z. heißt mein wichtigstes Filterwerkzeug Twitter mit den Twitterlisten sowie der Suche nach diversen Hashtags; daher auch mein Begriff „#-Ablage“. Die Twitterlisten sind „work in progress“ – und daher nie vollständig.

Überraschung: Facebook nutze ich nicht sehr aktiv, die App habe ich vorerst gelöscht.

Ob Facebook mit den Facebooklisten mittelfristig Twitter und meine Twitterlisten ersetzen kann, kann ich noch nicht abschließend beurteilen. Die Chancen sehe ich heute bei 50:50. Ich denke nicht, dass ich Facebook und Twitter parallel verwenden werde.

Noch ganz am Anfang steht der Aufbau meiner „#-Ablage“, damit meine ich die Speicherung und Organisation der Artikel. Ich nutze z.Z. geräteübergreifend Pocket (ehem. Read it Later) und Evernote in der kostenlosen Basisvariante; aber auch Google Drive mit Docs sowie weitere Cloud-Dienste bieten sich an.

Für mich gibt es noch viel zu testen und zu lernen. Es würde mich freuen, wenn ich mit diesem Artikel Denkanstöße für weitere Diskussionen auf beliebigen Kanälen liefern konnte …

Rainer Helmes

Veröffentlicht von

Rainer Helmes

Ich bin Diplom-Ingenieur Elektrotechnik, Wertanalytiker nach DIN 69910 mit VDI-Zertifikat und ausgebildeter H.D.I.®-Trainer. Seit 2006 bin ich persönlich haftender Gesellschafter der MiFoMM OHG, Kreuztal.

5 Gedanken zu „Mit (Twitter-)listen und der #-Ablage die Infoflut beherrschbar machen“

  1. Auf Twitter habe ich es ja schon erwähnt, ich vertraue darauf, dass mich wichtige Inhalte erreichen. Aber ich habe natürlich auch über die Jahre ein eigenes System entwickelt, das im Hintergrund werkelt und auf das ich bei Bedarf zurückgreifen kann. Aber ich schaue nicht mehr regelmäßig in meinen Feedreader oder suche auf Facebook bzw. Twitter.

    Lieber lasse ich mich treiben und stoße so auf Inhalte, die mich interessieren. Überraschungen sind garantiert und sorgen dafür, dass ich nicht in der Filterblase lande.

    1. Danke Christian, für Deinen Kommentar!

      Guter Hinweis bzgl. der ‚Filterblase‘. Auf der anderen Seite brauchen wir auch Filter; und das können z.B. auch Empfehlungen und Bewertungen von Freunden und Bekannten sein.

      Dein Ansatz, den ‚Content‘ zu Dir kommen zu lassen, ist gar nicht so schlecht, und ich denke, wir sind gar nicht soweit auseinander.

      Und genau an dieser Stelle wird es dann wirklich spannend …

      Das ‚eigene System‘, das im Hintergrund werkelt, muss letztendlich Muster erkennen und daraus abgeleitet Inhalte anbieten, die uns auch noch gefallen könnten.

      … und wenn wir diesen Gedanken konsequent zu Ende denken, sind wir bei den Algorithmen, die Facebook und andere große Plattformen gerade entwickeln, um ihren Usern oder Besuchern genau die Angebote zu präsentieren, die diese interessieren könnten.

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