Lang RSS oder Kurz RSS – ist das die Frage?


Aus dem Basic Thinking Blog: “Ein gekürzter Feed bedeutet nicht, dass wir ‘den RSS-Hahn abdrehen’, wie es einige nennen. Es bedeutet lediglich, dass die Zeitung nur noch bis zum Briefkasten, aber nicht mehr ans Bett geliefert wird.”

Olaf Kolbrück von ‘off the record’ zeigt sich solidarisch: “Wir kürzen… (…) Sehen Sie es bitte als Zeichen der Solidarität gegenüber Basic Thinking.”

Zur Eingangsfrage: Nein. Es geht nicht um RSS; es geht um viel mehr.

Es geht um Wert.

Klar ist – bzw. klar sollte sein :-) : Den Wert eines Produktes oder einer Dienstleistung definiert immer nur einer, nämlich der Kunde!

Das Maß aller Dinge ist der Wunsch des Kunden. Das gilt für alle Medienproduktionen wie Fernsehsendungen und (Qualitäts-)Magazine und auch für Basic Thinking.

Der Kunde bestimmt, was er wo und wie sehen oder lesen will, und er bestimmt den Preis.

Es geht um Wertschätzung.

Wer viel Herzblut in ein (Medien-)Projekt steckt, wünscht sich auch, dass diese Mühe wertgeschätzt wird – völlig zu Recht!

Und die Leser zeigen ihre Anerkennung und Wertschätzung durch ihre Aufmerksamkeit – und das ist nicht wenig! Felix Schwenzel bringt es so auf den Punkt:

“wer liest den zeitungen oder weblogs aus dankbarkeit? ehrlichgesagt finde ich, dass es genau umgekehrt ist. ich bin dankbar für jeden leser, dankbar für jeden der mir seine aufmerksamkeit schenkt und vielleicht sogar das, was ich mache, schätzt. dafür bin ich bereit einiges zu tun.”

Zurück zum RSS-Feed.

Für mich spielt es – wenn überhaupt – nur eine untergeordnete Rolle, ob der Feed gekürzt ist oder nicht. Denn i.d.R. weiß ich nach dem Lesen der Überschrift und der ersten Zeilen, ob ich mich weiter mit diesem Artikel beschäftigen will oder nicht.

Die Herausforderung sehe ich ganz woanders: wie und wo finde ich für mich interessante und/oder relevante Texte u.ä.?

Müssen wir die Rolle des Gatekeepers neu definieren?

Live.Hackr Markus Spath beschreibt mit einer Grafik sein “Feedlese-Verhalten”. Lässt sich diese Grafik auch auf unsere Facebookfreunde anwenden?

Sind unsere Twitterfreunde unsere neuen Gatekeeper?

Ja, sie spielen eine nicht zu unterschätzende Rolle als Gatekeeper. Für mich sind da ca. 15 Personen, die ich über alle möglichen und unmöglichen Netzwerke und Dienste verfolge und regelmäßig lese. Hierzu kommen dann weitere ca. 150, die ich auf meinem Radar habe. Im Long Tail warten dann die anderen 15 Millionen …

… und wie finde ich die für mich relevanten Personen und Quellen im Long Tail? Meine “Top Five” in dieser Reihenfolge:

  1. Google Alert
  2. Direkte Suche via Google und Co.
  3. Twitter, Friendfeed, Links und weiterführende Verweise aus Blogs
  4. Google Buzz, Delicous, Diigo, Mister Wong
  5. E-Mail-Hinweise von Kollegen

Der Kreis meiner “Gatekeeper” ändert sich ständig und speist sich aus dem Long Tail. Aus meiner Sicht nimmt die Bedeutung des RSS-Feeds mehr und mehr ab. Wie sehen das die Leser?

Rainer Helmes

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